Motorenbauer
Tognum investiert in der Krise

Bei Tognum ist von einer allmählichen Trendwende nichts zu sehen, im Gegenteil: Der Hersteller von Antriebssystemen und Energieanlagen hat im zweiten Quartal die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. Und zwar so stark, dass gleich die Prognose für das Gesamtjahr kassiert wurde.

STUTTGART. Der Energieanlagen- und Antriebssystemehersteller Tognum steht schlechter da, als erwartet. Nach Bekanntgabe sehr schwacher Zahlen aus dem zweiten Quartal rauschte die Aktie gestern zunächst um acht Prozent in denKeller. Am Nachmittag erholten sich die Papiere wieder leicht. Das weltweit aufgestellte Unternehmen litt im zweiten Quartal mit einem Umsatzeinbruch um ein Viertel auf 597 Mio. Euro unerwartet stark unter der Krise. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Deshalb ist das Unternehmen pessimistischer für die Umsatzentwicklung und korrigierte die Prognosen für das Gesamtjahr leicht nach unten. Die ehemalige MTU rechnet nun mit einem Erlösrückgang um 15 bis 20 Prozent und einer bereinigten Umsatzrendite von sechs bis neun Prozent. Zuvor war Tognum von einem Umsatzminus zwischen 10 und 20 Prozent ausgegangen. „Die präzisierte Geschäftsprognose stellt keine Gewinnwarnung dar“, betonte Tognum-Chef Volker Heuer. „Wir bewegen uns weiterhin in den vorher genannten Korridoren bei Umsatz und Marge.“ Zudem es offenbar erste Hoffnungsschimmer gibt: „In Asien stabilisieren sich die Geschäfte, was wir vonEuropa und den USA noch nicht sagen können“, sagte der Tognum-Chef.

Die Erwartungen des Marktes müssten deutlich gesenkt werden, schrieb Analyst Dirk Nettling in einer Studie. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe die Erwartungen deutlich verfehlt. Der schwächere Gewinn sei allerdings eine Folge von gestiegenen Investitionen, stellte Analyst Wolfgang Fickus von der WestLB klar.

Trotz schlechter Zahlen neigt Tognum nicht zum Radikalsparen: „Wir bleiben bei unseren um 20 Prozent erhöhten Ausgaben für Forschung und Entwicklung in 2009“, betonte Heuer. „Wir sehen das als Chance für die Zeit nach der Krise.“ Unter anderem entwickelt Tognum Brennstoffzellen für stationäre Energieerzeugung. In den ersten sechs Monaten hat das Unternehmen für Forschung und Entwicklung 104 Mio. Euro im Vergleich zu 77,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2008 aufgewendet.

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