Motorenbauer
Tognum verabschiedet sich von der Brennstoffzelle

Der Motorenbauer Tognum will keine Brennstoffzellen mehr herstellen. Die Serienfertigung der Aggregate zur Stromerzeugung sei selbst mittelfristig nicht rentabel möglich, teilte das Unternehmen mit. Den Ausschlag hätten geplatzte Verhandlungen gegeben.
  • 0

HB STUTTGART. Der Motorenbauer Tognum stellt die Produktion von umweltfreundlichen Brennstoffzellen ein. Die Serienfertigung von Brennstoffzellen zur Stromerzeugung sei selbst mittelfristig nicht rentabel möglich, teilte der für seine schnelllaufenden Dieselmotoren und Gasturbinen bekannte Antriebshersteller am Mittwoch in Friedrichshafen mit.

Den Ausschlag hätten geplatzte Verhandlungen über eine Kooperation mit einem asiatischen Partner gegeben. Der Schlussstrich unter das jahrelange Engagement bei Brennstoffzellen, die aus Gas Strom erzeugen und keine Schadstoffe ausstoßen, kostet den Konzern 60 Millionen Euro. „Die bisherige Prognose für das Geschäftsjahr 2010 wird davon nicht beeinflusst“, versicherte das Tognum-Management, dessen Vorsitz kommenden Herbst Finanzchef Joachim Coers übernimmt, wenn sich der langjährige Vorstandschef Volker Heuer in den Ruhestand verabschiedet.

Der Umsatz soll 2010 auf 2,55 Milliarden Euro steigen, die operative Rendite wie geplant bei acht bis neun Prozent liegen. Wie bisher wolle Tognum 30 bis 50 Prozent des um Sondereffekte bereinigten Überschusses an die Aktionäre ausschütten. Per Ende September nahm der aus MTU Friedrichshafen hervorgegangenen Konzern Aufträge über gut zwei Milliarden Euro herein.

Die Börse reagierte auf den Ausstieg aus der einst als vielversprechend gelobten Technologie gelassen: Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Tognum-Papiere büßten bei einem insgesamt behauptetem Markt 0,5 Prozent auf 19,86 Euro ein. Die Aktien liegen damit knapp unter dem jüngst markierten Jahreshöchststand von 20,76 Euro.

Die mit Gas und Diesel betriebenen Motoren und Antriebe von Tognum kommen in Schiffen, Panzern, Baumaschinen, Zügen, der Öl- und Gasindustrie sowie in Kraftwerken zum Einsatz. Mit stationären Brennstoffzellen wollte sich Tognum ein zusätzliches Standbein erschließen und mit den Kleinkraftwerken bei umweltbewussten Kunden punkten.

Kommentare zu " Motorenbauer: Tognum verabschiedet sich von der Brennstoffzelle"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%