Motorenbauer: Tognum zeigt seine Stärke

Motorenbauer
Tognum zeigt seine Stärke

Der Übernahmekampf um Tognum tobt. Derweil legt der Motorenbauer in aller Seelenruhe glänzende Zahlen vor. Auch der Ausblick für 2011 liest sich gut und die Aktionäre bekommen eine höhere Dividende.
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StuttgartDer vor der Übernahme von Daimler und Rolls-Royce stehende Motorenbauer Tognum will seine Aktionäre mit einer höheren Dividende bei Laune halten. Für 2010 sollen die Anteilseigner 0,50 Euro je Aktie erhalten, teilte Tognum am Donnerstag in Friedrichshafen mit. Für das Krisenjahr 2009 war die Ausschüttung auf 0,35 Euro von dem für 2008 gezahlten Dividendenrekord in Höhe von 0,70 Euro halbiert worden.

„Bei Tognum stehen alle Zeichen auf Wachstum“, sagte der im Jahresverlauf ausscheidende Vorstandschef Volker Heuer. Zum Ausbau der weltweiten Geschäfte verfüge die Firmengruppe um MTU Friedrichshafen über ausreichende Finanzen und könne aus eigener Kraft die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf dem hohen Niveau von sechs bis sieben Prozent vom Umsatz halten. Daimler und Rolls-Royce hatten am Mittwoch in ihrem Übernahmeangebot höhere Investitionen angekündigt und den Tognum-Aktionären den Ankauf ihrer Anteilsscheine zu 24 Euro in Aussicht gestellt. Mit diesem Angebot, das dem Emissionspreis beim Börsengang 2007 entspricht, will sich Tognum aber noch nicht zufriedengeben.

Tognum-Chef Heuer, der gemeinsam mit anderen Top-Managern und Aufsichtsräten rund fünf Prozent der Aktien hält, demonstrierte mit dem Geschäftsabschluss für 2010 und dem Ausblick auf die kommenden Jahre Selbstbewusstsein. Für 2011 rechne er mit einem Umsatzanstieg von mindestens zehn Prozent und einem Anstieg der um Sondereffekte bereinigten operativen Marge auf rund zehn Prozent von 9,4 Prozent im vergangenen Jahr.

„Auch für 2012 erwarten wir eine positive Entwicklung für unsere Endmärkte“, sagte Heuer. Triebfeder für eine höhere Nachfrage nach schnelllaufenden Dieselmotoren für Baufahrzeuge, Kräne, Notstromaggregate sowie Panzer und Schiffe seien steigende Rohstoffpreise und der im Aufschwung zunehmende Transportbedarf.

Tognum werde daher schneller als der Markt wachsen und wieder operative Margen von mehr als zehn Prozent erwirtschaften.

Bis zum Ausbruch der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 hatte Tognum Renditen von gut 13 Prozent abgeliefert. Im Zuge des weltweiten Abschwungs brachen jedoch Nachfrage und Marge ein, erst 2010 konnte Tognum wieder ein moderates Umsatzwachstum von 1,4 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro ausweisen. Im Boomjahr 2008 hatte der Konzern noch 3,13 Milliarden Euro umgesetzt. Der für 2011 in Aussicht gestellte Umsatzzuwachs von zehn Prozent resultiert aus dem bis Dezember 2010 um ein Fünftel auf 2,83 Milliarden Euro gestiegenen Auftragseingang, der die rund 9000 Tognum-Beschäftigten rechnerisch mehr als ein Jahr auslastet.

An der Börse kletterte der in den vergangenen Tagen im Zuge der Übernahmeofferte kräftig gestiegene Tognum-Aktienkurs am Donnerstag erneut um 1,2 Prozent auf 25,20 Euro. Anleger spekulieren darauf, dass Daimler und Rolls-Royce ihr gemeinsames Angebot finanziell nachbessern müssen, um mindestens 50 Prozent der Tognum-Aktien einsammeln zu können. Daimler hält bereits 28,4 Prozent des Kapitals.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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