Motorenhersteller
Deutz läuft nicht mehr mit Vollgas

Im ersten Halbjahr hat der Kölner Motorenbauer Deutz Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Die hohen Rohstoffpreise und die schwächelnde Weltwirtschaft haben aber auch Bremsspuren in der Bilanz hinterlassen.

HB KÖLN. Der neue Vorstandschef Helmut Leube musste am Mittwoch die Umsatz- und Gewinnziele zurücknehmen und geht nun von einem weniger rasanten Wachstum aus. Deutz erwarte 2008 statt zehn bis 15 Prozent nur noch ein Umsatzwachstum um die fünf Prozent. Die Ebit-Marge solle bei sechs Prozent liegen. Zuvor waren rund sieben Prozent in Aussicht gestellt worden. Unter dem Strich werde Deutz wohl nicht mehr als 2007 verdienen. "Deutz bleibt mit abgeschwächter Tendenz auf Erfolgskurs", bilanzierte der Vorstand. Die im MDax notierte Deutz-Aktie gab leicht auf 4,62 Euro nach.

Im zweiten Quartal konnte Deutz zwar den Umsatz steigern, der Gewinn ging aber zurück. Die Erlöse seien um zwölf Prozent auf 428,5 Mill. Euro geklettert. Beim Auftragseingang musste Deutz aber bereits Abstriche machen. Er ging marginal auf 395,8 (396,7) Mill. Euro zurück. Vor allem bei Kompaktmotoren sanken die Bestellungen. Auch Deutz spüre, dass sich die "Nachfragedynamik deutlich abschwächt", räumte Leube ein.

Vor Zinsen und Steuern verdiente Deutz mit 23,9 (26,0) Mill. Euro weniger als vor Jahresfrist - damals hatten allerdings Einmalerträge in den Büchern gestanden. Der Überschuss sank um 18 Prozent auf 16,8 Mill. Euro. Damit verfehlte Deutz knapp die Gewinnerwartungen von Analysten.

Im gesamten ersten Halbjahr fuhr der Konzern beim Umsatz ein Plus von 15 Prozent auf knapp 826 Mill. Euro ein. Der Absatz kletterte um 10,5 Prozent auf fast 148 700 Motoren, wie Deutz am Mittwoch in Köln mitteilte. Als Gründe wurden eine gute Entwicklung in Europa und Wachstum im Asien-Geschäft genannt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs in den ersten sechs Monaten um 7,9 Prozent auf 43,6 Mill. Euro - trotz der Anlaufverluste aus dem Dieselmotoren-Joint Venture im chinesischen Dalian. Das Konzernergebnis nach Steuern fiel mit 30,3 Mill. Euro um 14,3 Prozent höher aus als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Mitarbeiter stieg zum Ende Juni 2008 weltweit um rund 100 auf 4930.

Der Branchenverband VDMA hatte den lange von Erfolg zu Erfolg eilenden Maschinenbauern Ende Juli prophezeit, dass sie sich auf magerere Zeiten einstellen müssten. Denn auch an der Boom-Branche gehen der starke Euro, der die wichtigen Exporte teurer macht, die explodierenden Kosten für Rohstoffe und die Folgen der Finanzkrise nicht spurlos vorbei.

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