Motorradhersteller
Langer Winter bremst Harley-Verkäufe

Fürs Motorradfahren war es in diesem Frühjahr definitiv zu kalt. Das hat auch die Kultmarke Harley-Davidson zu spüren bekommen. Die Produktionszahlen sackten ab. Der US-Hersteller bleibt dennoch optimistisch.
  • 0

MilwaukeeDie Verkäufe von Harley-Davidson-Motorrädern haben unter der langanhaltenden Kälte zu Jahresbeginn gelitten. Die Händler verkauften im ersten Quartal weltweit 54.300 der Maschinen, das waren 9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf dem wichtigsten Markt USA fiel der Absatz sogar um 13 Prozent, wie der US-Hersteller am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahr sei es schon ungewöhnlich früh warm gewesen, hieß es zur Begründung.

Die Händler hatten sich allerdings in der Hoffnung auf ein gutes Geschäft reichlich mit Harley-Maschinen eingedeckt. Der Hersteller lieferte 74.200 Stück aus und damit 17 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das trieb den Umsatz der Kultmarke aus Milwaukee um 10 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar in die Höhe und sorgte für ein Gewinnplus von 30 Prozent auf unterm Strich 224 Millionen Dollar (171 Millionen Euro).

Harley-Davidson ist zuversichtlich, dass die Motorrad-Saison nun langsam losgeht und will im gesamten Jahr wie geplant bis zu 264.000 der Kultmaschinen ausliefern, ein Zuwachs von 7 Prozent zu 2012. Das Plus soll nicht zuletzt von Neukunden stammen. Im vergangenen Jahr hätten in den USA vier von zehn Kunden erstmals eine Harley gekauft, sagte Firmenchef Keith Wandell. Außerhalb der USA seien sogar zwei Drittel der Kunden neu bei der Marke gelandet.

Zwei Drittel der Motorräder werden in den USA gekauft, doch die Fangemeinde in Lateinamerika und Asien wächst rasant. In Europa hatte die Schuldenkrise die Verkäufe bis zuletzt gedämpft. Zu den Konkurrenten zählen neben Japanern auch BMW sowie der italienische Hersteller Ducati, der mittlerweile zu Audi gehört.

Harley-Davidson hatte in der Wirtschaftskrise vor vier Jahren noch ums Überleben kämpfen müssen, weil die Verkäufe der teuren Maschinen eingebrochen waren. Firmenchef Wandell gab in der Not die Marken MV Agusta und Buell auf, strich tausende Jobs und stellte die Produktion um. Heute profitiert der Hersteller von seiner Neuaufstellung durch geringere Kosten. Die guten Aussichten ließen die Aktie an der New Yorker Börse um 4 Prozent steigen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Motorradhersteller: Langer Winter bremst Harley-Verkäufe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%