Motorsport
Puma drängt in die Cockpits

Im Gegensatz zu anderen großen Sportartikelherstellern setzt Puma auch auf die Formel 1. So will die Marke neue Wachstumsmärkte erreichen. Besonders profitabel dürfte das aber nicht sein.
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KölnWer schneidert den feuerfesten Rennanzug? Mit welchem Schuh geben die Formel-1-Fahrer Gas? Erst wenn die Piloten aus dem Boliden klettern, werden Ausstattungsdetails für das Millionenpublikum sichtbar. Dennoch gilt der Ausrüstervertrag mit einem Formel-1-Rennstall als prestigeträchtig: Das Sponsoring kostet jährlich eine siebenstellige Summe.

Mehr als alle anderen Sportartikler setzt Puma auf die globale Reichweite der Formel 1: Mit Mercedes GP Petronas besiegelte die Raubtiermarke jetzt eine langfristige Partnerschaft, die 2012 startet. Bei Ferrari ist Puma seit 2005 Ausrüster und Lizenzpartner. Hingegen wechselte Red-Bull-Weltmeister Sebastian Vettel in dieser Saison die Schuhe und trägt Geox statt Puma.

Mit Mercedes will Puma nun mehr erreichen als mit Red Bull. Puma-Sportmarketingchef Christian Voigt: „Mercedes genießt als Traditionsmarke gerade in asiatischen Wachstumsmärkten wie China einen hervorragenden Ruf. Das unterstützt unsere langfristige Wachstumsstrategie ideal.“ Auch in Ländern wie Indien, Südkorea und künftig Russland und den USA, wo der Rennzirkus gastieren wird, werde Puma von der Präsenz profitieren. Prominenter als bei Ferrari erhält Puma einen Platz auf dem Rennwagen. Ob man gleichfalls den Piloten Michael Schumacher als Testimonial einbinde, werde noch abgestimmt. Doch auch ohne Extravertrag sei laut Voigt sichergestellt, dass der Altstar Puma trägt - freie Schuhwahl wie bei Fußballern existiert in der Formel 1 nicht.

Adidas beliefert zwar bei Olympia in 25 von 26 Disziplinen die Athleten mit Schuhen - doch um die Formel 1 macht der Hersteller einen Bogen, ebenso wie Weltmarktführer Nike. „Motorsport lag nie in unserem strategischen Fokus“, sagt eine Adidas-Sprecherin. Man erreiche Motorsportfans auch über andere Wege. Hohes Absatzpotenzial bei solchen Schuhen sehe man ohnehin nicht.

Die Adidas-Tochter Reebok hat zwar mit dem Fahrer Lewis Hamilton für kolportierte zehn Millionen britische Pfund einen Werbevertrag geschlossen - darf oder will ihn aber nicht als Rennfahrer präsentieren. „Er tritt für Reebok nur als Athlet im Fitness-Kontext auf“, betont die Sprecherin. „Im Auto trägt er keine Reebok-Schuhe.“

Merchandising-Experte Peter Rohlmann aus Rheine attestiert Puma eine Ausnahmestellung im Rennsport. „Zur Lifestylestrategie passt das gut.“ Doch unter Absatzaspekten sei von abgeleiteten Lizenzprodukten nicht viel zu erwarten. „Ein profitabler Teilbereich ist das nicht. Puma nutzt es, um sich in Formel-1-Fankreisen zu präsentieren - und der Marke über das High-Tech-Umfeld Schub zu geben.“

Kommentare zu " Motorsport: Puma drängt in die Cockpits"

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  • Wenn sich Merchandising-Experten als Marketing-Strategen ausgeben:

    Herr Rohlmann hat diese Erkenntnis sicher nach einer sauber durchgeführten SWOT-Analyse gewonnen.
    Das ist ungefähr so, wie wenn ich als ehemaliger Verbandsliga-Spieler Herrn Schweinsteiger Tipps zur Verbesserung seines Kurzpassspiels gebe. Die könnten greifen...

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