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Müller Brot ist insolvent: Nach Fertigungsstopp ist der Ofen aus

Mäusekot in der Produktion, ein Vertuschungsversuch der Hygienemängel und jetzt das Aus. Rund zwei Wochen nach dem behördlich verfügten Fertigungsstopp hat die Großbäckerei Müller-Brot einen Insolvenzantrag gestellt.

Ein Silo der Großbäckerei Müller Brot. Quelle: dpa
Ein Silo der Großbäckerei Müller Brot. Quelle: dpa

Neufahrn/Freising/Regensburg/Donaustauf/MünchenDie mit Hygieneproblemen kämpfende Großbäckerei Müller-Brot ist zahlungsunfähig. Das Unternehmen aus Neufahrn in Oberbayern reichte am Donnerstagnachmittag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Landshut ein. Das bestätigte der Vizepräsident des Landgerichts in Landshut, Christoph Fellner. Den Angaben zufolge ist der Rechtsanwalt Hubert Ampferl als Insolvenzverwalter für das Unternehmen vorgesehen.

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Die Zukunft der Großbäckerei Müller-Brot und ihren 1100 Beschäftigten hatte sich eigentlich erst an diesem Freitag entscheiden sollen. Bei einem Abnahmetermin sollte dann geprüft werden, ob der bayrische Kettenbäcker seine Hygiene-Probleme gelöst hat und wieder backen darf, wie das Unternehmen mitteilte. Die Lebensmittelbehörden hatten die Produktion in der Fabrik am 30. Januar gestoppt, nachdem sie wiederholt Mäusekot oder Maden im Mehl gefunden hatten.

Die Gewerkschaft hatte beklagt, dass die Geschäftsführung von Müller-Brot sich seitdem weder zur Zukunft der Arbeitsplätze noch zur notwendigen Neuausrichtung des Unternehmens geäußert habe. Mit der Entscheidung, den Insolvenzantrag einzureichen, wartete die Geschäftsführung aber dann doch nicht bis zum Abnahmetermin. Schon vor wenigen Tagen hatte die Geschäftsführung wirtschaftliche Probleme eingeräumt und einen Stellenabbau angedeutet.

Wegen des Hygiene-Skandals kehrten bereits mehrere Großkunden Müller-Brot den Rücken. Nach dem Discounter Lidl verzichtete auch Aldi Süd auf Waren von Müller-Brot. Unternehmenssprecherin Kirsten Windhorn bestätigte am Donnerstag, Aldi Süd habe „bis auf weiteres“ den Verkauf von Produkten der Firma eingestellt.

  • 17.02.2012, 22:45 UhrAnonymer Benutzer: Dr_B

    In Donaustauf wird in der Backstube wieder gearbeitet.
    Am Nachmittag wurde heute eine weitere Inspektion zur Hygiene durchgeführt. Dabei war festzustellen, dass die Backstube inzwischen eine der saubersten ist.
    Die Zustände, wie sie festgestellt wurden sind in keinem Fall entschuldbar. Der inhabende Bäckermeister hat die Verantwortung übernommen und Besserung geschworen.
    Die Verantwortung für seinen Betrieb ist eine Sache. Für die Sauberhaltung der Backstube hat er Personal. Für die verschmutzten Bereiche waren insbesondere drei Beschäftigte, zwei Männer und eine Frau zuständig. Die drei Personen haben zu Beginn der Inspektion den Betrieb verlassen und wurden dort seitdem nicht mehr gesehen.
    Für die erforderliche Säuberung musste neues Personal eingestellt werden. Und dann war erst zu üben und zu lernen, wie sich die Maschinen zum Säubern demontieren lassen. Inzwischen sieht es aber so aus, als wenn die Lektionen gelernt wurden. Das Team ist gerade mit frischem Elan bei der Arbeit.

  • 17.02.2012, 08:53 UhrAnonymer Benutzer: 1080p

    Ich arbeite im Großhandel und meine Erkenntnis ist: Solange es billig ist, wird's gefressen. War schon immer so. Die ganzen ISO, QS und GMP+ Zertifikate sind zwar Geldschneiderei, sagen aber nichts über die Verinnerlichung einer Unternehmensphilosophie in Sachen Qualität aus. Für den Mitarbeiter von "oben nach unten" muss es eine Selbstverständlichkeit sein, Qualität zu produzieren. Das kann aber bedeuten, dass man mal eine zweifelhafte Partie eine Herstellers mal besser nicht nimmt, auch wenn sie im Verlaufe der Unterhandlungen immer billiger wird.."Ach egal, im Endprodukt sieht man es ja nicht mehr" Stichwort Verdünnungseffekt. Wie gesagt, wenn's nur billig genug ist, wird die Qualität "relativ".

  • 16.02.2012, 18:54 UhrAnonymer Benutzer: Nachwuchs

    Gute Arbeit des Managements. Boni dafür erhalten? Waren etwa Unternehmensberater am Werk?

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