Müller fordert „Kohlezukunftsgesetz“
Späterer RAG-Börsengang kostet bares Geld

Der Streit über die Zukunft der Kohle gefährdet nach Ansicht von Konzernchef Werner Müller den bisherigen Zeitplan für den Börsengang der RAG.

HB DÜSSELDORF. „Unser Ziel ist es, im Juni 2007 einen Börsengang hinzukriegen“, sagte Müller. Dieser Zeitplan stehe aber „so langsam in Frage“. Um die Aktien noch rechtzeitig vor den Sommerferien platzieren zu können, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Bis Januar muss die Kohlefrage entschieden sein und bis spätestens Ende Februar ein spezielles „Kohlezukunftsgesetz“ den Bundestag passiert haben, hieß es in Konzernkreisen.

Müllers Plan sieht vor, die weißen Industrieaktivitäten (im Gegensatz zum schwarzen Bergbau) als eine Einheit an die Börse zu bringen. Der Verkauf der Aktien soll in mehreren Tranchen erfolgen und insgesamt Einnahmen von 5,5 Mrd. Euro einspielen. Die Erlöse fließen an eine Stiftung, die das Geld anlegt und in Zukunft die Beseitigung der Altlasten, etwa Bergschäden, finanziert.

Nach Ansicht von Finanzexperten besteht bei einer Verzögerung des Zeitplans frühestens im Dezember 2007 wieder eine Chance für den Börsengang. Der Stiftung würden dann aber Zinseinnahmen für ein halbes Jahr von bis zu 100 Mill. Euro fehlen.

Die RAG fühlt sich für die Börse gewappnet. Wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr, erzielte der weiße Bereich bis Ende September ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 1,06 Mrd. Euro. Damit wurde bereits nach neun Monaten die Vorgabe für das Gesamtjahr erreicht. Zum Gewinn steuerte die Sparte Chemie (Degussa) die Hälfte und die Sparte Energie (Steag) ein Drittel bei. Insgesamt 160 Mill. Euro kamen aus den Sparten Immobilien und Coal International. Letztere wird zum Jahresende aufgelöst.

Mit den Erlösen aus dem Verkauf von Randaktivitäten wird die RAG ihre Schulden, die im Juni auf mehr als acht Mrd. Euro angestiegen waren, bis Ende des Jahres auf unter vier Mrd. Euro drücken. Im Schlussquartal rechnet der Konzern aber mit einem schwächeren Resultat als in den Vormonaten.

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