Multiple-Sklerose-Mittel
Bayer und Novartis legen Streit bei

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer und der Schweizer Pharmakonzern Novartis haben sich im Streit um das Multiple-Sklerose-Mittel Betaseron geeinigt.

dpa-afx BERLIN/ZÜRICH. Bayer Schering Pharma übernehme eine Produktionsstätte für biotechnologische Präparate in Emeryville (Kalifornien), teilte die Bayer-Tochter am Montag in Berlin mit. Dort wird derzeit Betaseron hergestellt. Novartis könne das Produkt in der ersten Hälfte des Jahres 2009 in einer eigenen Version auf den Markt bringen, betonte Novartis.

Bayer zahle einmalig rund 110 Mill. Dollar für Betriebsmittel und bestimmte Gebäude sowie für eine Genehmigung zur Herstellung biotechnologischer Produkte. Zudem kaufe Bayer Schering die vorhandenen Produktvorräte an Interferon Beta-1b für voraussichtlich rund 90 Mill. Dollar in bar. Novartis erhalte im Gegenzug Lizenzrechte für den Aufbau einer eigenen Marke auf Basis von Interferon beta-1b ab 2009.

Bayer Schering werde Novartis bei der Zulassungsbeantragung eines Zweitmarken-Interferons unterstützen. Nach erfolgter Zulassung werde Bayer Schering dieses Produkt für Novartis ab 2009 herstellen und hierfür Lizenzgebühren im zweistelligen Prozentbereich erhalten. Weitere finanzielle Details wurden nicht genannt.

Bayer Schering erhalte von Novartis die Lizenzrechte im Zusammenhang mit der Herstellung von Betaseron, ohne hierfür Gebühren zahlen zu müssen. Nur bis zum Ende der ursprünglichen Vereinbarung mit Novartis, die im Oktober 2008 auslaufe, werde Bayer Schering noch Lizenzgebühren basierend auf dem Umsatz von in Emeryville hergestelltem Betaseron zahlen. Danach entfielen diese Gebühren.

Die Vereinbarung stehe noch unter dem Vorbehalt bestimmter aufsichtsrechtlicher Genehmigungen. Sie beende sämtliche zwischen den zwei Unternehmen bestehenden Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Betaseron. Seit der Übernahme des US-Unternehmens Chiron durch Novartis hatten Novartis und Bayer über die Rechte an Betaseron verhandelt. Mit dem Schering-Kauf war das Medikament zu Bayer gekommen. Bayer-Aktien stiegen bis elf Uhr in einem knapp behaupteten Marktumfeld um 0,04 Prozent auf 46,35 Euro.

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