Multiple-Sklerose-Therapie
Merck startet neuen Anlauf für MS-Tablette

Auf dem Markt für Multiple-Sklerose-Mittel werden Milliarden umgesetzt. Doch der deutsche Pharmakonzern Merck fiel 2011 mit der Tablette Cladibrin bei den Behörden durch. Nun starten die Darmstädter einen neuen Versuch.

FrankfurtDer Pharma- und Chemiekonzern Merck startet einen neuen Anlauf zur Zulassung seiner Multiple-Sklerose-Tablette Cladibrin. Eine entsprechende Absichtserklärung sei bereits bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eingereicht worden, teilte das Darmstädter Unternehmen am Freitag mit. 2011 war das Medikament, dem Analysten damals Milliardenumsätze zugetraut hatten, bei den Zulassungsbehörden in den USA und Europa durchgefallen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA befürchtete, das Mittel könne Krebs auslösen.

Nach dem Flop 2011 habe Merck noch einige großangelegte klinische Studien abgeschlossen und zudem zusätzliche Sicherheitsinformationen in einem Langzeitregister erfasst. Auf Basis dieser neuen Daten startet das Unternehmen nun den zweiten Versuch zur Zulassung in Europa.

Auch in anderen Regionen will die Firma grünes Licht für die Vermarktung des Medikaments beantragen. Die Kosten für die Zulassung dürften sich in Grenzen halten, denn der Test des Medikaments am Menschen - der mit Abstand teuerste Teil der Entwicklung - ist bereits abgeschlossen.

Merck setzt darauf, dass es sich auch heute noch einen Teil an dem milliardenschweren Markt mit MS-Tabletten sichern kann. Marktführer ist der US-Biotechkonzern Biogen, der mit Tecfidera im vergangenen Jahr einem Umsatz von 2,9 Milliarden Dollar erzielte. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis erlöste mit seiner MS-Tablette Gilenya 2,5 Milliarden, der französische Pharmakonzern Sanofi mit Aubagio umgerechnet 489 Million Dollar.

Die Tabletten nehmen gängigen MS-Mitteln Marktanteile ab, die gespritzt werden müssen. Dazu gehören Rebif von Merck, Betaferon von Bayer und Copaxone von Teva.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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