Mutterkonzern Ford erhält Angebote
Investoren buhlen um Ford und Jaguar

Der angeschlagene US-Autobauer Ford weiß nicht so recht, was er mit seinen beiden britischen Luxusmarken Jaguar und Land Rover anfangen soll. Ein Verkauf ist wahrscheinlich. Nach Medienberichten stehen die möglichen Käufer schon Schlange. Neben den allseits aktiven Finanzinvestoren sollen darunter auch bekannte Autokonzerne sein.

HB NEW YORK. Zu den Bietern für die beiden britischen Autohersteller dürfte nach Darstellung der „New York Times“ unter anderem der Finanzinvestor Cerberus gehören, der erst kürzlich Chrysler von Daimler gekauft hat. Auch die Investmentfirma Ripplewood, die von dem früheren Chrysler-Präsidenten Thomas T. Stallkamp geführt wird, sei ein potenzieller Bieter. Die Private-Equity-Firma One Equity Partners, zu deren Seniorpartnern der ehemalige Ford-Konzernchef Jacques A. Nasser gehört, könnte sich möglicherweise ebenfalls an der Eröffnungsrunde der Gebote beteiligen, schreibt das Blatt am Donnerstag in seiner Online-Ausgabe. Nasser war 2000 Ford-Chef, als der amerikanische Autohersteller den britischen Geländewagenbauer Land Rover gekauft hatte.

Zu den interessierten Autofirmen soll auch der größte indische Autokonzern Tata Motors gehören. Tata lehnte aber eine Stellungnahme zum Bericht der britischen Zeitung „Daily Telegraph“ ab, nach der die Inder ein Gebot von 1,5 Mrd. Dollar für Jaguar und Land Rover erwägten. Die Summe erscheint allerdings sehr niedrig, berichtet die „New York Times“ doch über Analystenschätzungen, nach denen Jaguar und Land Rover ihrer Mutter Ford rund 8 Mrd. Dollar bringen könnten.

Auch die „Economic Times“ berichtete davon, dass Tata und darüber hinaus Mahindra & Mahindra interessiert seien. Das Blatt zitierte Branchenkreise, wonach Tata das Angebot zusammen mit seinem italienischen Partner Fiat finanzieren könnte.

In Marktspekulationen fiel der Name des südkoreanischen Autokonzerns Hyundai, zu dessen Reich auch Kia gehört. Überdies sollen sich aufstrebende chinesische Autobauer für die beiden britischen Luxusmarken interessieren. Ford hatte im vergangenen Monat erklärt, das Unternehmen arbeite zusammen mit Finanzberatern an der besten Lösung für Jaguar und Land Rover.

Aston Martin verkauft, Volvo wackelt

Ford hat sich bereits von der britischen Luxus-Marke Aston Martin getrennt. Mit Unterstützung kuwaitischer Geldgeber kaufte der Rennsport-Unternehmer David Richards dem angeschlagenen US-Autokonzern für 848 Mill. Dollar die Luxuswagenfirma ab. Der deutsche Firmenchef Ulrich Bez bekam einen neuen Fünfjahresvertrag. Unter Bez hat Aston Martin nicht nur an Prestige gewonnen, sondern auch die Produktion auf 7 000 Autos im Jahr vervielfacht.

Früheren Medienberichten zufolge zieht Ford auch einen Verkauf des schwedischen Autoherstellers Volvo in Erwägung. Als Interessent wird unter anderem BMW gehandelt. Von den Bayern hieß es dazu lediglich: „reine Spekulation“.

Ford hatte 2006 vor allem wegen Problemen in Nordamerika einen Verlust von 12,6 Mrd. Dollar verbucht. Der Konzern schließt dort Werke und baut Tausende von Arbeitsplätzen ab, um Kosten zu sparen. Grund für die Probleme ist der schleppende Absatz und die überbordenden Gesundheitskosten für die Mitarbeiter.

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