Mutterkonzern in der Krise
Opel-Mitarbeiter machen Front gegen GM-Pläne

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz ist unmittelbar vor der Vorlage eines neuen Sanierungskonzeptes des Mutterkonzerns General Motors gegen die Europapläne des Autobauers auf die Barrikaden gegangen. Der oberste Arbeitnehmervertreter von GM in Europa befürchtet dramatische Auswirkungen, falls die intern als "Renaissance Projekt" titulierten Pläne umgesetzt würden.

cha/hz/sig/ HB FRANKFURT. In seiner derzeitigen Fassung umfasse der Plan "vermutlich Massenentlassungen an den GM/Opel/Vauxhall Standorten und einige Werksschließungen", warnte Franz in einem am Montag an die Opel-Mitarbeiter versandten Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt.

Dies hätte katastrophale Folgen für die GM-Marken und-Unternehmen in Europa und würde deren Ende bedeuten, kritisierte der Arbeitnehmervertreter. Die einflussreiche Arbeitnehmerseite setzt sich deshalb für einen drastischen Schritt ein: die Ausgliederung von Opel und seiner Schwestermarke Vauxhall aus dem Konzernverbund. Ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim wollte den Vorstoß nicht kommentieren und lehnte jede Stellungnahme zu einer möglichen Ausgliederung des Autobauers ab.

Ein GM-Europa-Sprecher bestätigte den Brief von Franz, wollte das Schreiben aber ebenfalls nicht weiter kommentieren. GM Europa könne sich dazu nicht äußern, weil das Schreiben auf ein US-Papier Bezug nehme, das dem Europa-Management selbst nicht vertraut sei, sagte ein Sprecher. Auch zu einer möglichen Ausgliederung von Opel wollte die GM-Europazentrale sich nicht äußern. Personen, die mit der Situation vertraut sind, betonten aber, dass im GM-Konzern auch eine Ausgliederung der Rüsselsheimer nicht grundsätzlich ausgeschlossen werde, wenn dieser Schritt für das Unternehmen sinnvoll sei. In Branchenkreisen hieß es, dass GM bei der Vorlage des Überlebensplans am Dienstag allerdings wohl nur am Rande auf das Europageschäft eingehen werde.

Der Konflikt um die Sanierung des GM-Europageschäfts und seiner wichtigsten Marke Opel erreicht mit dem Schreiben des obersten GM-Arbeitnehmervertreters einen neuen Höhepunkt. Zuvor hatten bereits Kreise der nordrhein-westfälische Landesregierung angesichts der existenzbedrohenden Lage des Mutterkonzerns eine Beteiligung an den deutschen Opel-Werken ins Spiel gebracht. Es habe bereits mehrere Gespräche zwischen den Ländern unter Beteiligung der Bundesregierung gegeben, verlautete am Montag aus Regierungskreisen.

GM muss Dienstag im Gegenzug für die staatliche Nothilfe in Milliardenhöhe der US-Regierung ein konkretes Überlebenskonzept vorlegen. Letzte Woche seien die wichtigsten Daten dieses Restrukturierungsplans bereits ausgewählten Analysten zur Überprüfung vorgelegt, hieß es im Konzern. Ursprünglich habe es in dem Plan nur um das US-Geschäft gehen sollen, hieß es in Arbeitnehmerkreisen. Jetzt sei aber auch das europäische Geschäft mit den Marken und Unternehmen Teil des Restrukturierungsplans. GM braucht laut einem Zeitungsbericht in den USA dringend neue Hilfen von rund fünf Mrd. Dollar (3,9 Mrd. Euro).

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