Mutterkonzern wird am Freitag Forderungskatalog vorlegen
General Motors drückt bei Opel-Sanierung aufs Tempo

Im Tauziehen um die Zukunft von Opel und Saab wird der Ton zwischen den Arbeitnehmervertretern und dem Mutterkonzern General Motors (GM) rauher. Er könne nicht mehr mitansehen, wie ein gutes Unternehmen mit tollen Produkten von den eigenen Leuten mit Sparvorschlägen und Kritik in den Schmutz getreten werde, sagte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz in einem Interview.

HB FRANKFURT/M. Am kommenden Freitag will das neue Führungsduo von GM Europa, Fritz Henderson und Ex-Opel-Chef Carl-Peter Forster, in einer Krisensitzung des Opel-Aufsichtsrates einen Forderungskatalog zur Sanierung vorlegen. Damit drückt GM auf das Tempo. Ursprünglich sollte ein Restrukturierungsplan erst in zwei Monaten erarbeitet werden.

Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird die GM-Europaspitze am Freitag jedoch noch keine konkreten Sanierungsmaßnahmen präsentieren, sondern nur Zielgrößen für Einsparungen nennen. Das Management strebe bei dem Sparpaket einen Abschluss im Dialog mit der Belegschaft an.

Damit geht das Management zwar auf eine zuvor erhobene Forderung von Franz ein, der „detaillierte, konkrete Angaben“ sowie „entsprechend unseren Gepflogenheiten einen Dialog“ gefordert hatte. Doch die Doppelspitze machte verschiedentlich deutlich, dass sie die Not für groß hält. So bezeichnete Henderson den Zustand den Zustand des Unternehmens als „völlig inakzeptabel“ und forderte ultimativ schwarze Zahlen schon 2005.

GM macht seit vier Jahren in Europa Verluste und hatte unlängst das Ziel aufgeben müssen, in diesem Jahr wieder mit seinen Marken Opel, Saab und Vauxhall in schwarze Zahlen zurück zu kehren. Der Rüsselsheimer Autobauer Opel macht den größten Teil des GM-Europageschäftes aus und ist für rund 80 Prozent des Umsatzes des US-Giganten in Europa verantwortlich. Wegen der hohen Arbeitskosten ist der deutsche Standort jedoch laut GM-Chef Rick Wagoner derzeit nicht wettbewerbsfähig.

Branchenkreisen zufolge sind rund 12 000 der insgesamt 62 000 Arbeitsplätze beim größten Autobauer der Welt in Europa gefährdet, davon allein bis zu 7 000 Stellen bei Opel. Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ sollen in Rüsselsheim mindestens 3 500 Arbeitsplätze zur Disposition stehen.

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