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04.03.2008 

Wiedeking wurde zwar von Piëch ins Unternehmen geholt. Fein achtet der 56-Jährige aber auf die Balance zwischen den Familien, die sich mitunter auch nicht immer einig sind. Piëch ist zwar unter den Familienmitgliedern der mit dem stärksten unternehmerischen Impetus. Aber die Porsches halten einige Prozent mehr als die Piëch-Familie. Im vergangenen Jahr wurde Wolfgang Porsche Aufsichtsratschef von Porsche. Er stieg damit zum wichtigsten Mann für Wiedeking auf. In den vergangenen Wochen gab es Berichte, nach denen Piëch von Wiedeking langsam abrücke, weil er ihm zu unabhängig und mächtig geworden ist. Belege für dieses fundamentale Zerwürfnis gibt es indes nicht. Aber auch die Erklärungen aus Zuffenhausen fallen dürftig aus.

Ganz nebenbei teilte Porsche am Montag ohne Begründung mit, dass Hans Michel Piëch neues Mitglied im Präsidium des Aufsichtsrats der Porsche Automobil Holding SE wird und seinen Bruder Ferdinand ablöst. Im Präsidium fallen die Personalentscheidungen. Faktisch hat Ferdinand Piëch damit weniger Zugriff auf Wiedeking. Wiedekings Position ist damit stärker denn je.

Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche wollte Piëchs Rückzug aus dem Gremium nicht kommentieren. Sein Rückzug habe aktienrechtliche und organisatorische Gründe, sagte Piëch selbst der "FTD" am Rande des Automobilsalons in Genf. „Warten Sie ein paar Wochen, dann werden Sie es verstehen“, erklärte er auf der Automesse vor Journalisten. Dann wolle er Näheres zu dem Thema offenlegen. Wolfgang Porsche meinte dazu nur: „Nehmen Sie das für bare Münze.“

Die Zurückhaltung schürt ersteinmal jedenfalls Spekulationen. Was wird im Hintergrund Neues vorbereitet, dass diese Veränderung notwendig machte? Oder wollte Piëch vielleicht doch Wiedeking stürzen? Und zieht er sich jetzt beleidigt zurück, weil die Porsche-Familie nicht mitspielt?

Niemand weiß, was Piëch wirklich denkt. Aber am Montag war so oder so wieder mal einer seiner größten Tage. Immerhin ist es ihm gelungen, die Wallenbergs zur Abgabe ihrer Scania-Beteiligung zu bewegen. Und vielleicht hat er jetzt auch einfach als VW-Aufsichtsratschef genug zu tun, VW mit Scania und MAN zusammenzubringen und dann in den Porsche -Konzern zu integrieren. Und so einem Konzern den Weg zu bereiten, der genauso breit aufgestellt ist wie Daimler - nur größer. Wiedeking und Piëch haben das gleiche Ziel.

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