„Nabucco“-Pipeline
Ungarische MOL tanzt bei Pipeline auf zwei Hochzeiten

Während sich die ungarischen Politiker über zwei gegensätzliche Öl-Pipeline-Projekte streiten, macht der ungarische Energiekonzern MOL ganz einfach. Er engagiert sich einfach für beide Bauvorhaben: für das europäische und für das russische.

DÜSSELDORF. Ungarns Energiekonzern MOL fordert, schnell neue Gas-Pipelines in Südosteuropa zu bauen. „Wenn das 'Nabucco-Projekt' für die EU wichtig ist, dann soll sie sich stärker dafür einsetzen“, sagte MOL-Präsident Zsolt Hernady dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe). Das gelte auch für die Suche nach Geldgebern. Die von Brüssel befürwortete Nabucco-Pipeline zwischen der Türkei und Österreich soll ab 2011 Erdgas aus Kasachstan, Turkmenistan und Aserbeidschan nach Europa leiten. Die Europäische Union sieht diese Pipeline als einen ersten Schritt, um den Westen aus der Abhängigkeit von russischem Gas zu befreien. MOL und die österreichische OMV gehören zu den fünf Betreibern des Projekts. Der ungarische Konzern hat aber noch ein zweites Eisen im Feuer. Ein Gemeinschaftsunternehmen aus MOL und der russischen Gazprom plant den Bau der so genannten „Südeuropäischen Pipeline“, die russisches Gas auf einer ähnlichen Trasse nach Mitteleuropa leiten soll. Diese Pipeline ist als Verlängerung der „Bluestream-Leitung“ durch das Schwarze Meer gedacht, die bislang Gas aus Russland sowie von Gazprom verkauftes Gas aus Mittelasien in die Türkei transportiert. Den von verschiedenen Seiten erhobenen Vorwurf, MOL habe sich bereits für Gazprom und gegen die EU entschieden, weist Hernady zurück. MOL unterstütze beide Projekte, so der MOL-Chef: „Ich würde mich sehr freuen, wenn auch Nabucco gebaut würde“, betont er. Allerdings sei noch nicht klar, welche mittelasiatischen Unternehmen das Gas liefern.

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