Nach ADAC-Skandal: Autokonzerne geben „Gelbe Engel“ zurück

Nach ADAC-Skandal
Autokonzerne geben „Gelbe Engel“ zurück

BMW, Daimler und VW geben Auszeichnungen des ADAC zurück. Bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen („Gelber Engel“) hatte es Manipulationen gegeben – auch bei der Rangfolge der Prämierten. Der Preis wird abgeschafft.
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DüsseldorfZumindest bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen („Gelber Engel“) für das Jahr 2014 hat es Manipulationen gegeben. Das bestätigte das Prüf- und Beratungsunternehmen Deloitte, dass vom ADAC mit einer Prüfung der Vorgänge beauftragt worden war. Es sei aber wahrscheinlich, dass es auch in anderen Jahren Manipulationen gegeben habe.

Die großen deutschen Autokonzerne BMW, Daimler und Volksagen teilten unmittelbar nach Bekanntwerden des ersten Prüfergebnisses mit, sämtliche „Gelbe Engel“-Auszeichnungen der vergangenen Jahre zurückzugeben. „Publikumspreise sind für Daimler grundsätzlich von hoher Bedeutung, da sie unmittelbar die Meinung der Öffentlichkeit widerspiegeln“, hieß es in einer Mitteilung des Mercedes-Herstellers Daimler. „Unabdingbare Voraussetzung hierfür ist, dass die Leserwahlen korrekt durchgeführt werden. Bei der Vergabe des „Gelben Engel“ war dies nicht der Fall.“

Bei der Wahl für das Jahr 2014 hatte die A-Klasse von Mercedes laut Deloitte 1.320 Stimmen erhalten und wäre damit eigentlich auf Rang vier gelandet. Tatsächlich prämierte der ADAC die A-Klasse aber mit einem dritten Platz. Der hätte eigentlich dem Audi A3 zugestanden, wenn die Vergabe nach den tatsächlich abgegebenen Stimmen erfolgt wäre.

Laut Deloitte wurden insgesamt 45.202 Stimmen bei der jüngsten Abstimmung abgegeben. 3271 Stimmen fielen auf den VW Golf, 1703 Stimmen auf den 3er-BMW, 1664 Stimmen auf den Audi A 3, 1320 Stimmen auf die Mercedes A-Klasse und 1.184 Stimmen auf den Skoda Octavia.

Am Montagmittag hatte ADAC-Präsident Peter Meyer seinen Rücktritt erklärt. Am Vormittag hatte das Präsidium ein Suspendierungsverfahren gegen den 64-Jährigen eingeleitet. „Die Auszeichnung ‚Gelber Engel‘ wird es in Zukunft definitiv nicht mehr geben“, sagte Karl Obermair, Vorsitzender der ADAC-Geschäftsführung.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Nach ADAC-Skandal: Autokonzerne geben „Gelbe Engel“ zurück"

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  • was mir bei allen berichten auch zu kurz kommt ist die frage welche interessen hinter derartigen manipulationen stecken. das sind ja keine adac internen launen. wenn der eine nach vor plaziert wird und ein anderer nach hinten ist doch davon auszugehen das hier schmier/bestechungsgelder geflossen sind von den bevorzugten autoherstellern. so gesehn ist die rückgabe der preise eine heuchlerei und ich frage mich auch warum es keine presse waagt das so anzusprechen was eigentlich ne logische schlussfolgerung ist. alles konzentriert sich bei der berichterstattung aufn adac aber niemand geht nen schritt weiter und stellt für autohersteller unangenehme fragen..

  • Ganz Bayern ist ein Sumpf!!!???
    Schon vor geraumer Zeit sang ein Kabarettist
    „Bayernland ist Korruptiland“.
    Das fing an mit F.J Strauß und den Zöglingen und setzte sich fort mit Bayern-LB, Siemens, Hypo-Aldeadria, CSU-Verwandentenbeschäftigung, HRLE, ADAC, HOWE ( wenn das raus kommt was da drinn ist kommst du da rein) FC-Bayern (mit dem goldenen U(h)rvater aller Zollbetrüger, dem Steueroptimierer Hoeneß und dem kinderfreundlichen Frank) Dr. Guttenberg, Dr. Scheuer (2004: Promotion am Lehrstuhl für Politikwissenschaft der Karlsuniversität Prag) etc. ...etc...etc...

    Der Fisch stinkt immer vom Kopfe her und in Bayern gibt es sehr sehr viele Köpfe die zum Himmel stinken.

  • Wieso geben die Autokonzerne jetzt ihre Preise zurück? Die Platzierungen der jeweiligen Fahrzeuge werden doch die Summe widerspiegeln, die der jeweilige Autokonzern dafür bezahlt hat. Wieso stehen VW, BMW und Mercedes nicht zu ihrer "Guirillia-Werbung"? Wieso sollte der ADAC einfach so die Rangfolge der Gewinner ändern? Solche Dinge tut man doch nur für Gefälligkeiten.

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