Nach Attacken
Familie Peugeot setzt sich zur Wehr

Von Lügen und Verschleierung war angesichts des Jobabbaus beim Autobauer PSA Peugeot-Citroën die Rede. Jetzt stößt die Kritik auf Gegenwehr.
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ParisIn der Auseinandersetzung um die geplante Streichung von 8.000 Stellen beim Autobauer PSA Peugeot-Citroën in Frankreich hat sich die Familie Peugeot gegen Angriffe der sozialistischen Regierung zur Wehr gesetzt. Die Attacken hätten eine „sofortige Auswirkung“ auf die Wahrnehmung des Unternehmens und seien „gefährlich“, sagte Aufsichtsratschef Thierry Peugeot am Freitag der Internetausgabe der Zeitung „Le Figaro“. Er fügte mit Blick auf die Vorwürfe der „Lüge“ und der „Verschleierung“ hinzu: „Wir sind bereit, Kritik zu akzeptieren, aber es gibt Grenzen.“

Der neue sozialistische Präsident François Hollande und Industrieminister Arnaud Montebourg hatten die Peugeotführung wegen des geplanten Stellenabbaus scharf angegriffen. Hollande nannte den Plan „nicht akzeptabel“ und warf der Unternehmensleitung „Lüge“ vor, weil der Jobabbau schon 2011 klar gewesen, aber erst nach der Wahl in Frankreich verkündet worden sei. Montebourg nannte die Strategie von Peugeot und das Verhalten des maßgeblichen Aktionärs, der Familie Peugeot, „ein echtes Problem“. Die Familie hatte bereits den Vorwurf zurückgewiesen, in der Vergangenheit hohe Dividenden eingestrichen zu haben.

Der Konzern verliert nach eigenen Angaben seit einem Jahr rund 200 Millionen Euro pro Monat. PSA will nun die Produktion in seinem traditionsreichen Werk in Aulnay-sous-Bois bei Paris mit mehr als 3000 Mitarbeitern 2014 einstellen und im westfranzösischen Rennes 1400 der 5600 Stellen abbauen. Außerdem sollen außerhalb der Autoproduktion 3600 Stellen etwa in der Entwicklung wegfallen. Die Regierung will am kommenden Mittwoch einen Plan zur Unterstützung der französischen Automobilindustrie vorlegen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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