Nach Beitz' Tod
Nachfolgesuche bei der Krupp-Stiftung

Die Krupp-Stiftung ist das Herz von Thyssen-Krupp. Von hier aus zog Berthold Beitz seine Fäden. Nach dessen Tod stellt sich nun die Frage, wer Nachfolger wird. Ein Medienmann dementiert, gute Chancen zu haben.
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DüsseldorfImmer wenn der Industriekonzern mit Milliardenverlusten oder neuen Skandalen Schlagzeilen macht, ist es die Essener Villa Hügel, auf die sich die Blicke der Mitarbeiter und Aktionäre richten. Am alten Stammsitz der Krupp-Familie hat die Alfried Krupp von Bohlen-und Halbach-Stiftung bei ihrer Gründung 1968 Quartier bezogen.

Dorthin ließ sich der Stiftungsvorsitzende Berthold Beitz täglich chauffieren. Mindestens zwei Stunden widmete er sich in einem Nebengebäude des mächtigen Haupthauses der Arbeit. Ihm ging es um den Erhalt des Krupp-Erbes. Neben der ideellen Seite ist dies die heutige Thyssen-Krupp AG, an der die Stiftung mit 25,3 Prozent beteiligt ist. Sie ist damit größter Aktionär und stellt drei Mitglieder der Aufsichtsrats.

Mit der Einbringung des Unternehmens in die Stiftung wollte Alfried Krupp als letzter Vertreter der Dynastie verhindern, dass die Firma bei einem Machtkampf in der Familie untergeht.

Der Einfluss auf den Konzern soll nicht Selbstzweck sein. Die Stiftung ist ein wichtiger Förderer für Kultur, Sport und Wissenschaft. Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 615 Millionen Euro dafür aufgewendet. Finanziert wird die Stiftung durch Dividendenzahlungen von Thyssen-Krupp, die in den vergangenen Jahren jedoch immer niedriger ausfielen. Nach einem Rekordverlust im vergangenen Jahr fiel die Ausschüttung sogar ganz aus. Wirtschaftlich darben muss die Stiftung aber nicht, da sie Rücklagen hat, mit denen sie ihre laufenden Förderprojektebestreiten kann.

Wer nun Beitz nach dem Weggang des ehemaligen Aufsichtsratschefs Gerhard Cromme folgen wird, ist offen. Insider räumen Fritz Pleitgen gute Chancen ein, obwohl der ehemalige ARD-Intendant erst seit Anfang des Jahres Mitglied des Kuratoriums ist.

Mit seiner Vernetzung könnte er indes das Profil der Stiftung schärfen. Die nämlich steht meist nicht als Förderer in den Schlagzeilen, sondern wegen ihrer Beteiligung an Thyssen-Krupp. Dabei fördert die Stiftung seit 45 Jahren Kultur, Sport und Wissenschaft. Seit ihrer Gründung hat sie mehr als 615 Millionen Euro dafür aufgewendet.

Allerdings ist Pleitgen am heutigen Donnerstag den Spekulationen entgegengetreten. „Das ist die kühnste Karriere-Spekulation meines Lebens“, sagte Pleitgen dazu am Donnerstag im Radiosender WDR 2. „Ich darf Ihnen versichern, an der Geschichte ist nichts dran.“

Der jahrzehntelange Stiftungschef Bertold Beitz war am Dienstag im Alter von 99 Jahren gestorben. Pleitgen würdigte Beitz als einen der Gründerväter der Bundesrepublik. Beitz habe mit zum Wirtschaftswunder beigetragen, sagte Pleitgen im WDR.

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