Nach Bilanzfälschungen
Angeblich erneut Probleme bei Schieder

Bei den Gesprächen über die Finanzierung des durch massive Bilanzfälschungen in eine Existenzkrise geratenen Möbelherstellers Schieder gibt es nach Angaben aus Finanzkreisen Probleme. Eine Bank soll sich querstellen – bleibt es dabei, hieß es, sei das Unternehmen nicht mehr zu retten.

HB DÜSSELDORF. Zudem sagte ein Sprecher der IG Metall, es gebe mit Inhabern von Genussscheinen Probleme. Er hoffe aber, dass diese doch noch ausgeräumt werden könnten. Schieder hat europaweit rund 11 000 Beschäftigte, davon rund 1400 in Deutschland.

Management, Banken und Investoren beraten seit Tagen über die Altschulden und die weitere Finanzierung des größten europäischen Möbelherstellers. Die DZ Equity Partner, die über Genussscheine in einem Wert von rund 30 Mill. Euro verfüge, bestehe darauf, ausbezahlt zu werden, hieß es in den Kreisen. Bleibe der auf Investitionen in mittelständische Firmen spezialisierte Investor bei seiner Haltung, sei eine Insolvenz von Schieder nicht mehr abzuwenden.

An anderer Stelle hieß es dagegen, es gebe mehrere Geldhäuser, die Forderungen stellten. Dabei gehe es nur um einen geringen Prozentsatz der ursprünglichen Finanzspritzen. Ein Sprecher der DZ Equity Partner sagte, man äußere sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verhandlungen. Darüber hinaus sei auch die weitere Finanzierung von Schieder nicht in trockenen Tüchern, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen. Es gehe dabei um einen Betrag in zwei- bis dreistelliger Millionen-Euro-Höhe.

Vier ehemalige Schieder-Spitzenmanager waren Anfang der Woche unter dem Verdacht der Bilanzmanipulation und des Kreditbetrugs festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, über Jahre die Bücher gefälscht und damit Kredite und Genussscheine von rund 283 Mill. Euro erschlichen zu haben.

Interim-Geschäftsführer Ulrich Wlecke hatte am Dienstag eingeräumt, Schieder sei überschuldet. Er setze nun darauf, die Kreditgeber davon überzeugen zu können, Schieder nicht fallen zu lassen. Denn dann würden die Institute auf den faulen Krediten sitzen bleiben. Die Inhaber der Genussscheine mit einem Volumen von knapp 50 Mill. Euro hätten angesichts der Tricksereien Anspruch auf Schadenersatz, hatte er gesagt. Kredite hielten insgesamt rund 50 Banken und Hedge-Fonds. Er sei optimistisch, die Krise binnen zwei Wochen überwinden zu können.

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