Nach Bitte um Staatshilfe
Opel-Chef: Staatsbürgschaft nur für deutsche Werke

Opel hat im Ringen um eine staatliche Milliarden-Bürgschaft von Bund und Ländern eine Zweckbindung der Gelder ins Spiel gebracht. "Natürlich lassen sich die Investitionen in die neuen Modelle in Europa, die damit unterlegt werden könnten, mit einer Zweckbindung auf die deutschen Werke versehen", sagte Opel-Chef Hans Demant dem Handelsblatt.

Handelsblatt: Herr Demant, können Sie nach dem Krisentreffen in Berlin jetzt aufatmen?

Hans Demant: Die Gespräche waren offen und ausgesprochen konstruktiv. Und man spürt den Willen Opel unterstützen zu wollen - und zwar auf der Bundes- wie auf der Landesebene.

Wie viel Zeit bleibt Opel denn - reicht eine Entscheidung bis Weihnachten?

Natürlich, reicht das allemal. Wir haben nicht das Problem, dass wir demnächst mit dem Rücken an der Wand stehen. Wir reden hier über eine Bürgschaft, die wir brauchen, für den Fall, dass es bei GM große Probleme geben sollte und wir keinen Zugriff mehr auf Geld des Mutterkonzerns haben. Unsere Liquidität ist auf jeden Fall in diesem Jahr und weit ins nächste Jahr hinein gesichert.

Viele Mitarbeiter sind stark verunsichert. Was sagen Sie jetzt der Belegschaft?

Wir haben in den vergangenen Tagen intensiv mit der Belegschaft kommuniziert. Natürlich gibt es eine Menge Verunsicherung bei den Kollegen. Aber wir haben den Mitarbeitern verständlich gemacht, dass wir uns mit der Bürgschaft nur auf alle Eventualitäten vorbereiten. Genauso wie Sie eine Versicherung abschließen, sorgen wir damit für Probleme vor, die wir in der Zukunft haben könnten, sollte sich die Situation bei GM weiter verschärfen. Aber natürlich hoffen wir, dass der Versicherungs- beziehungsweise Bürgschaftsfall nie eintritt.

Sie sprechen derzeit mit der Belegschaft über ein neues Sparpaket. Liegen die Verhandlungen angesichts der ausstehenden Entscheidung der Bundesregierung nun vorerst auf Eis?

Nein. Eines ist ganz klar, wir brauchen das Sparprogramm unabhängig von einer staatlichen Bürgschaft, um uns auf den erwarteten deutlichen Nachfragerückgang im kommenden Jahr vorzubereiten. Wir wollen auf gar keinen Fall mit unserer Produktion in voller Größe in den schrumpfenden Markt rollen. Wir reden deshalb mit der Arbeitnehmerseite über ein flexibles Arbeitszeitmodell in unseren Werken, so dass wir hier im nächsten Jahr auch reagieren können.

Sie sprechen also auch über eine Arbeitszeitverkürzung wie Daimler?

Noch ist nichts ausgehandelt und spruchreif. Wenn wir aber die Strukturkosten reduzieren wollen, ohne Arbeitsplätze abzubauen, müssen wir die Arbeitszeit weiter flexibilisieren. Wir versuchen deshalb ein Modell zu schaffen, dass sowohl mehr Luft nach oben als auch nach unten lässt. So können wir auch wieder rasch reagieren, wenn der Markt wieder anziehen sollte. Auch die Arbeitnehmerseite hat genau erkannt, dass wir flexibel sein müssen.

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