Nach Bosch
Audi zieht Tariferhöhung vor

Die Zulieferbetriebe Bosch und SKF Schweinfurt waren mit der Ankündigung vorgeprescht, die für 2011 vereinbarte Tariferhöhung vorzuziehen. Jetzt hat sich Audi als erster Autobauer ein Beispiel daran genommen.
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HB INGOLSTADT. Die rund 45 000 Tarifbeschäftigten an den beiden deutschen Audi-Standorten Ingolstadt und Neckarsulm erhalten bereits zum 1. Februar nächsten Jahres 2,7 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Nach dem aktuellen Tarifvertrag wäre die Lohnerhöhung erst zum 1. April fällig gewesen, wie Audi am Freitag mitteilte.

Am Dienstag hatte die Bosch-Gruppe in Stuttgart als erstes Unternehmen erklärt, sie ziehe die Tariferhöhung vor. Der bayerische Kugellagerhersteller SKF Schweinfurt vereinbarte für seine 5 000 Mitarbeiter sogar eine Vorziehung auf den 1. Januar 2011, wie ein Unternehmenssprecher sagte.

"Die Audianer haben in den vergangenen Monaten ein Maximum an Leistung erbracht", sagte Audi-Betriebsratschef Peter Mosch zur Begründung des Schrittes. Der Finanzchef des Konkurrenten Daimler, Bodo Uebber, erklärte schon am Donnerstag, es gebe "eine Diskussion in dieser Industrie" über ein Vorziehen. Konkurrent Porsche wird bei der Erhöhung auch auf Februar 2011 gehen, wie Betriebsratschef Uwe Hück erklärte. "Darüber gibt es doch bei der glänzenden Ertragslage von Porsche überhaupt keine Diskussion", sagte Hück nach Angaben der IG Metall. Ein Porsche-Sprecher sagte, man sei in Gesprächen.

Im Februar 2010 war in der Metallindustrie ein Tarifvertrag geschlossen worden, wonach zum 1. April 2011 eine Gehaltserhöhung von 2,7 Prozent fällig wird. Gleichzeitig war vereinbart worden, dass in jedem einzelnen Betrieb über eine Vorziehung um zwei Monate verhandelt werden könne, falls das Unternehmen die Krise hinter sich lässt und die Gewinne kräftig steigert.

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