Nach Chefwechsel
Investoren pochen auf Tempo bei Siemens-Umbau

Neuen Chefs werden meist 100 Tage Einarbeitungszeit gewährleistet. Nicht so bei Siemens: Bereits beim Führungskräftetreffen in Berlin verlangen Anleger klare Ansagen von Vorstandschef Joe Kaeser an die Management-Truppe.
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MünchenVor der Siemens-Führungskräftetagung drängen wichtige Investoren auf rasche Veränderungen bei dem Technologiekonzern. Es gebe für den neuen Vorstandschef Joe Kaeser viel zu tun, sagte Henning Gebhardt von der größten deutschen Fondsgesellschaft DWS dem Handelsblatt (Montagsausgabe): „Beginnend bei der Struktur, der fehlenden Profitabilität in Teilbereichen, immer wiederkehrenden Einmalabschreibungen reicht es bis zu einer fehlenden Vision für was Siemens eigentlich stehen möchte.“

Da Kaeser nicht neu im Vorstand sei, brauche er eigentlich nicht die typischen 100 Tage zur Einarbeitung. Kaeser hat am 1. August das Amt des Siemens-Vorstandschef als Nachfolger von Peter Löscher angetreten. Er war zuvor Finanzvorstand und hatte jüngst bereits eine Verschärfung eines Sparprogramms angekündigt. Etwa 15.000 Stellen werden dabei weltweit abgebaut. Arbeitnehmer wetterten gegen ein „margengetriebenes Abbauprogramm“.

Auch Christoph Niesel, Fondsmanager bei Union Investment, sieht Handlungsbedarf. „Kaeser muss jetzt dringender denn je die Siemensianer von der Notwendigkeit eines durchgreifenden und nachhaltig profitablen Konzernumbaus überzeugen und verkrustete Strukturen aufbrechen“, sagte er. Siemens müsse fokussierter, schneller und zuverlässiger werden, um den Rückstand auf die Konkurrenz aufzuholen. „Den Geist von Siemens zu beschwören reicht nicht aus.“

In Berlin treffen sich in dieser Woche etwa 600 Top-Manager von Siemens zur alljährlichen Führungskräftetagung. Der frühere Finanzvorstand Kaeser spricht am Donnerstagabend zum ersten Mal als Chef zu den Managern.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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  • Warte sehnlichst auf die Massenentlassungen in der Beamtenschicht, die Wiederinstallation der Eigenverantwortung und Innovation bis auf unterste Ebenen und Rückbau bergmännischen Ausmasses nutzloser administrativer "Führungsinstrumente".

  • Es geht den "Investoren" nicht um das Unternehmen. Es geht um kurzfristige Rendite.

  • Siemens sollt wieder verstärkt in den weltweiten Kraftwerkbau einsteigen und dazu zählt auch die Kernenergie-Technik. Allgemein sollte sich Siemens auf sein Kern-Kompetenzthema der Energiegewinnung und Verteilung konzentrieren. Die sog. Erneuerbaren Energien werden hier ein Sachgasse sein und keine Zukunft bieten. Neu-Entwicklung und Verbesserung Gas- Kohle- und Kernkraftwerken wird die ökonomische und gesellschaftliche Zukunft bestimmen. Auf diesen Zug MUSS Siemens wieder aufspringen! Ansonsten sehe ich schwarz für diesen Traditionskonzern der Energiebranche.

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