Nach Chrysler-Verkauf
Daimler sucht neuen Namen

Angesichts des sich anbahnenden Verkaufs der US-Sparte, denkt der Daimler-Chrysler-Konzern über eine Umbenennung nach. „Wenn wir Chrysler verkaufen, ist völlig klar, dass wir einen neuen Namen brauchen“, sagte ein Vertreter des Daimler-Führungszirkels dem Handelsblatt. Es gibt auch schon Vorschläge.

hz/mwb STUTTGART. Im Gespräch für den Autokonzern, der dann im wesentlichen aus einer starken Mercedes-Gruppe, einem Finanzdienstleistungsgeschäft und einem profitablen LKW-Hersteller bestünde, sei unter anderem der Name Daimler-Group. Offiziell heißt es bei dem Konzern bisher, das Unternehmen sehe derzeit keinen Anlass für eine Umbenennung.

Dennoch wird der mögliche Namenswechsel bereits auf der morgigen Daimler-Hauptversammlung in Berlin zum Thema. Der Würzburger BWL-Professor Ekkehard Wenger hat den Antrag gestellt, dass das Stuttgarter Unternehmen bereits jetzt wieder zu seinem alten Namen Daimler-Benz AG zurückkehren solle, weil der bisherige Name dem Image der Gesellschaft und ihrer Produkte abträglich sei und nur Erinnerungen an einen „total missglückten Zusammenschluss“ wecke. Die Daimler-Verwaltung lehnt in einer Stellungnahme Wengers Antrag mit der Begründung ab, der Firmenname Daimler-Chrysler sei weltweit etabliert.

Experten sehen die Lage allerdings nicht so gelassen. Es sei doch klar, dass ein Chrysler-Verkauf den Konzern auch bei der Namensfindung in Zugzwang bringen würde, sagte Michael Raab, Autoanalyst des Bankhauses Sal. Oppenheim. Namensgebung und Unternehmensauftritt seien natürlich ein Mega-Thema bei einer möglichen Trennung von Chrysler. „Ein neuer Name für den Autokonzern würde mich nicht überraschen“, sagte Raab. Der Name Daimler-Group erinnere stark an den Namen des bayerischen Erzrivalen BMW Group und sei durchaus eine Alternative zum alten Namen Daimler-Benz. Denn dieser Name könnte indirekt als Eingeständnis gewertet werden, dass die gemeinsamen Jahre mit Chrysler eine Irrfahrt waren.

Zetsche hatte Mitte Februar am Chrysler-Stammsitz angekündigt, zusätzlich zu einem neuen Sparprogramm alle Optionen für die US-Sparte zu prüfen, was auch eine Partnerschaft oder einen Verkauf einschließe. Nach Informationen aus Finanzkreisen zählen der Finanzinvestor Cerberus, ein Konsortium unter der Führung der Private-Equity-Gesellschaft Blackstone sowie der kanadische Zulieferer Magna International, der ebenfalls mit einem Finanzinvestor zusammenarbeitet, zu den aussichtsreichen Bietern im derzeit laufenden Verkaufsprozess. Zetsche wird laut Unternehmenskreisen auf dem Aktionärstreffen in Berlin allerdings keinen detaillierten Zwischenbericht zum Stand der Verkaufsverhandlungen geben.

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