Nach Chrysler-Verkauf
US-Gewerkschaftsboss verlässt Daimler-Aufsichtsrat

Die amerikanische Automobilarbeitergewerkschaft UAW zieht personelle Konsequenzen im Daimler-Kontrollgremium aus der Trennung von Chrysler. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird UAW-Präsident Ron Gettelfinger im Zuge des bis Herbst geplanten Verkaufs des US-Autobauers den Aufsichtsrat des Stuttgarter Autokonzerns verlassen.

hz DÜSSELDORF. „Ich bin der Auffassung, dass dieser Aufsichtsratssitz wieder international besetzt werden sollte“, sagte Daimler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm dem Handelsblatt. Gettelfinger sitzt bislang auf einem Ticket der IG Metall im Kontrollgremium. Die IG Metall verzichtet seit der Fusion von Daimler-Benz mit Chrysler auf einen der ihr zustehenden Sitze. Laut Gesetz werden Arbeitnehmervertreter in Aufsichtsräten deutscher Unternehmen nur von den inländischen Beschäftigten bestimmt. Ein Daimler-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Die anstehende Trennung von Chrysler wird damit nicht nur im Vorstand, sondern auch im Kontrollgremium des Autoherstellers zu einem Umbau führen. Gettelfinger war erst im Herbst 2006 mit sofortiger Wirkung als Arbeitnehmervertreter in das Kontrollgremium bestellt worden und ist noch bis 2008 berufen. Es sei ausgemacht worden, dass Gettelfinger sein Mandat freiwillig vorzeitig niederlegen werde. Nach einem Ausscheiden des UAW-Chefs dürfen IG Metall und der Daimler-Konzernbetriebsrat einen Nachfolger empfehlen. Damit kommt die Ankündigung von Klemm, erneut einen internationalen Kandidaten für diesen Posten zu suchen, einer frühen Weichenstellung gleich. Namen wurden als Nachfolger aber noch nicht gehandelt.

Daimler hatte Anfang der Woche angekündigt, bis Herbst rund 80 Prozent der US-Sparte an den Finanzinvestor Cerberus zu verkaufen und im Zuge dessen seinen Vorstand von neun auf sechs Mitglieder zu verkleinern. Der Aufsichtsrat von Daimler hatte am Mittwoch wie erwartet den Weg für den Verkauf der Chrysler-Mehrheit an Cerberus frei gemacht. Die Vertreter der einflussreichen Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat hatten bereits Montag umgehend ihre einhellige Zustimmung zu dem Verkauf signalisiert.

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