Nach CVC-Einstieg
Evonik: Börsengang erst 2011

Der neue Großaktionär CVC sieht beachtliches Potenzial für Wertsteigerungen bei dem Essener Konzern. Der will frühestens 2011 Aktien an die Börse bringen. Nach dem kräftezehrenden Verkaufsprozess müsse das Unternehmen erst wieder zur Ruhe kommen.

ESSEN. Einen Tag nach dem Einstieg des britischen Finanzinvestors CVC hat der Mischkonzern Evonik seine Börsenpläne erneut korrigiert. Wilhelm Bonse-Geuking, Vorstandschef des Evonik-Mehrheitsaktionärs RAG-Stiftung, sagte gestern in Essen, dass die Stiftung bis zum Jahr 2010 keine weitere Aktien verkaufen werde. Das Unternehmen müsse nach dem kräftezehrenden Verkaufsprozess erst wieder zur Ruhe kommen, begründete Bonse-Geuking die Entscheidung. Der ursprünglich bereits für diesen Sommer geplante Börsengang des 2006 vom Bergbaubetreiber RAG abgespaltenen Industriekonzerns findet damit frühestens 2011 statt.

Spätestens 2013 wird indes CVC wieder aussteigen. „Ich hoffe, dass alle Beteiligten dann sagen werden: Die Zeit mit CVC war gut“, sagte Steven Koltes, Managing Partner des britischen Finanzinvestors. CVC hatte am Dienstag ein mehrwöchiges Bietergefecht mit den US-Konkurrenten Bain, KKR und Blackstone für sich entschieden. Ausschlaggebend war dafür ein Preis von 2,4 Mrd. Euro für eine Sperrminorität von 25,01 Prozent, den die Briten bezahlen.

Das Angebot lag 200 Mill. Euro über dem zweitbesten Gebot von Bain, und deutlich über den Offerten von KKR und Blackstone, die unter zwei Mrd. Euro lagen. Kritische Kommentare aus dem Lager der Unterlegenen, die von einem überhöhten Preis sprachen, wies Koltes zurück: „Wir sind davon überzeugt, dass Evonik ein hervorragendes Unternehmen mit glänzenden Zukunftsperspektiven ist.“ In allen drei Bereichen Spezialchemie (Degussa), Stromerzeugung und internationaler Kraftwerksbau (Steag) und Immobilen habe Evonik schon heute führende Marktpositionen und außerdem das Potenzial zu weiterem profitablem Wachstum.

Ein Schnäppchen ist die bisher teuerste Beteiligung von CVC in Deutschland freilich nicht. Auf Basis des Kaufpreises wird das gesamte Eigenkapital von Evonik mit 9,6 Mrd. Euro bewertet. Addiert man Nettofinanzschulden von 4,3 Mrd. sowie Pensionsrückstellungen von vier Mrd. Euro hinzu, ergibt sich ein Unternehmenswert von 18 Mrd. Euro. Im Jahr 2007 hat Evonik ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 2,2 Mrd. Euro erwirtschaftet. Danach ergibt sich ein Verhältnis von Unternehmenswert zu Ebitda von 8,2. Selbst Koltes sprach - ohne Zahlen zu nenen – von „vergleichsweise hohen Bewertung“.

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