Nach dem Boomjahr
Bei Swatch drohen Produktionsengpässe

Der Schweizer Konzern Swatch kommt angesichts der reißenden Nachfrage kaum mehr mit den Auslieferungen nach. Vor allem Luxusuhren verkaufen sich momentan gut. Und ein Ende des Booms ist nach Angaben des Unternehmens noch längst nicht in Sicht.

HB ZÜRICH. Der weltgrösste Uhrenkonzern Swatch hat alle Hände voll zu tun, um der boomenden Nachfrage nach Luxusuhren nachzukommen. Teilweise gibt es bereits Engpässe in der Produktion. Vor allem dank der stark gestiegenen Verkäufe von Zeitmessern der Edelmarken Breguet, Blancpain und Omega sowie teuren Uhrwerken schnellte der Halbjahresgewinn um 39 Prozent auf 460 Millionen Franken (280 Millionen Euro) hoch, wie der Schweizer Konzern am Dienstag mitteilte. Der Umsatz wuchs um 17 Prozent auf 2,74 Milliarden Franken (1,67 Milliarden Euro).

Erfreulich sei auch, dass die weniger glamourösen Brot und Butter-Marken wir Longines oder Tissot gute Zuwachsraten erzielten. Auch der Umsatz mit den bunten Lifestyle-Uhren der Kernmarke Swatch sei zweistellig gewachsen. Insgesamt konnte Uhrensparte den Umsatz um 20 Prozent auf 2,1 Milliarden Franken steigern und dürfte damit nach Ansicht von UBS-Analyst Yasuhiro Yamaguchi Marktanteile gewonnen haben, da der Gesamtmarkt um lediglich 15 Prozent expandierte. „Swatch bleibt weiterhin unser Top Pick im Luxussektor“, sagte er. Die Inhaber-Aktie zog bis zum Mittag an der schwächeren Zürcher Börse um 3,6 Prozent auf 352,25 Franken an.

Für den weiteren Jahresverlauf ist Swatch den Angaben zufolge angesichts des starken Markenportfolios und der soliden Marktstellung sehr zuversichtlich. Die gute und breit abgestützte Konsumstimmung lasse auf eine Fortsetzung des Booms hoffen. Der Umsatz des Monats Juli sowie die ersten Schätzungen des laufenden Monats zeigten weiterhin starke Wachstumsraten. Allerdings dürften die Kapazitätsengpässe in vielen Produktionsfirmen der Gruppe das Management in der zweiten Jahreshälfte vor grosse Herausforderungen stellen. Bei Uhrwerken, Zeigern und Zifferblättern kämpfe Swatch weiterhin mit Lieferrückständen. Zudem mangle es an qualifizierten Uhrmachern.

Im ersten Halbjahr steigerte Swatch die Betriebsgewinn-Marge trotz gestiegener Rohstoffpreise und der Luxussteuer in China um 1,6 Prozentpunkte auf 19,6 Prozent. Der Konzern profitierte dabei von Volumensteigerungen, einer überproportionalen Zunahme höhermargiger Produkte sowie Effizienzsteigerungen. Neben dem der Hauptsparte Uhren & Schmuck verfügt Swatch noch über die zwei wesentlich kleineren Bereiche Produktion und Elektronik. In Ersterem werden Uhrenteile für Konkurrenten hergestellt; der Umsatz legte hier um 24 Prozent auf 857 Millionen sfr zu. Das kleinste Segment elektronische Systeme hinkte angesichts der Schwäche im Geschäft mit Mobiltelefonkomponenten mit einem Umsatzwachstum von 2,7 Prozent dem Rest des Konzerns her.

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