Nach dem schlechten vergangenen Jahr geht es aufwärts
Bei Caravans und Reisemobilen ist keine Krise

Wenn VW seinen neuen Camper „California T 5“ morgen auf dem Düsseldorfer Caravan Salon vorstellt, wird der langjährige Partner Westfalia etwas abseits stehen – der neue Camper wird jetzt in einer VW-eigenen Spezialabteilung gefertigt. Mit dem Auslaufen des alten Modells T 4 endet eine fast 50-jährige Zusammenarbeit.

il DÜSSELDORF Der Reisemobil-Aufbauer Westfalia verliert damit im zweiten Halbjahr einen wichtigen Kunden und wahrscheinlich rund 40 % seiner Produktion. Das wird Westfalia jedoch nicht das Genick brechen: Westfalia gehört zu 100 % zu Daimler Chrysler und hofft auf gute Geschäfte mit dem Mutterkonzern.

Ungeachtet der Zukunftsperspektiven sei das erste Halbjahr gut verlaufen, sagt ein Westfalia-Sprecher. Damit liegt der Mittelständler im Trend. „Wir sind selbst überrascht von der positiven Entwicklung“, erläutert Ralph Binder, Sprecher des Verbandes deutscher Wohnwagen- und Wohnmobil-Hersteller (VDWH). Im ersten Halbjahr 2003 wurden in Deutschland 15 417 Caravans sowie 12 694 Reisemobile neu zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 4,6 % bei Anhängern und 1,4 % bei Reisemobilen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Zwar sind es keine zweistelligen Wachstumsraten mehr wie in den 90er-Jahren – aber nach dem Rückgang im vergangenen Jahr und den schlechten Aussichten für 2003 hatte der VDWH erst nächstes Jahr mit einer Erholung gerechnet.

Neue Basismodelle für Reisemobile und Nachfolger von bewährten Caravan-Modellen haben zu der unverhofft guten Entwicklung der Branche beigetragen. Auf dem Caravan Salon (bis 7. September) wird eine Reihe weiterer neuer Modelle vorgestellt: Außer Volkswagen präsentiert Daimler-Chrysler den von der Tochter Westfalia ausgebauten neuen Camper Viano Marco Polo. Ein weiterer Grund für das Wachstum ist die neue Vorliebe für „erdgebundenes Reisen“, wie Binder sagt.

Die übrigen Europäer scheinen auch wieder mehr zu campen – die aktuellen Umsätze sind ebenfalls besser als 2002. So verkauften deutsche Hersteller im ersten Halbjahr 2003 rund 8 % mehr Caravans und Reisemobile als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark ist die Nachfrage in Großbritannien und auf dem skandinavischen Markt. An der Spitze steht bei den Reisemobilen jedoch weiterhin Deutschland. Bei Caravans führen die Niederlande.

Waren im vergangenen Jahr vor allem großzügig und luxuriös gebaute Reisemobile beliebt, zeichnet sich in diesem Jahr ein zusätzlicher Trend ab. Außer den Luxuskarosserien werden vor allem kleine kompakte Reisemobile nachgefragt. Leichter als 3,5 Tonnen und kürzer als sechs Meter lautet dabei die Devise. „Damit soll der Vermietungsmarkt belebt werden“, sagt Binder. Bei Caravans hingegen zählt die Größe. Eine Ausnahme: Der Wohnwagen-Zwerg der Knaus-Tabbert-Gruppe. Er ist bei einer eher untypischen Caravan-Zielgruppe beliebt: bei Alleinerziehenden.

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