Nach dem Stracke-Abgang
IG Metall warnt vor Schließung von Opel-Werken

Gewerkschaftschef Huber verlangt, dass Opel-Mutterkonzern General Motors die Garantien für Werke und Arbeitsplätze einhält. Sonst, so Huber, drohten die „teuersten Werksschließungen“, die ein Konzern jemals erlebt habe.
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München/BerlinNach dem überraschenden Abgang von Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke hat IG-Metall-Chef Berthold Huber die Konzernmutter General Motors vor Vertragsbrüchen gewarnt. „Wir gehen davon aus, dass GM die Verträge einhält“, sagte Huber der „Süddeutschen Zeitung“ vom Samstag. Die Garantien für die Werke und die Arbeitsplätze müssten bis Ende 2016 weiter gelten. „Wir geben keinen einzigen Standort preis.“

Die IG Metall sei „knallhart“, sagte Huber. „Wer Opel aufgeben wollte, muss wissen: Das wären die teuersten Werksschließungen, die ein Konzern jemals in Deutschland versucht hätte. Das würde Unsummen kosten“, warnte er.

Das Konzernmanagement müsse nun vor allem verhindern, dass die Marktanteile von Opel weiter sinken. „Wir brauchen einen entschlossenen Vorstand, der die Probleme anpackt, der Visionen hat und Opel nach vorne bringt, gemeinsam mit der Belegschaft. Wir brauchen jemanden, der die Beschäftigten einbezieht. Manager, die mit frischen Ideen für eine Aufbruchsstimmung sorgen“, sagte Huber.

Auch NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) übt Kritik an der Unternehmensstrategie des Automobilherstellers. „Opel braucht eine Produktpalette, die die Leute vom Hocker reißt“, sagte Duin dem „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe). „Das letzte Modell, mit dem Opel vorne lag, war der Minivan Zafira“, fügte er hinzu.

„Für Opel insgesamt“ sei die Situation „schwierig“, sagte der Minister. Das gelte besonders für das Werk in Bochum, wo insgesamt rund 3.600 Menschen beschäftigt sind. „Wir als Landesregierung gehen der Frage nach, ob und wie wir den Standort fit für die Zukunft machen können“, kündigte Duin an. Dem Bericht zufolge loten das Land NRW und Arbeitnehmervertreter derzeit die Möglichkeiten aus, nach Auslaufen der Zafira-Produktion den Standort über das Jahr 2016 hinaus als GM-Komponentenwerk zu erhalten.

Opel-Interimschef Stephen Girsky forderte in einer E-Mail an alle Konzern-Mitarbeiter zusätzliche Anstrengungen der Beschäftigten. Wie die „Bild“ vom Samstag berichtete, betonte Girsky in dem Schreiben, dass der eingeschlagene Sanierungskurs auf jeden Fall fortgeführt wird: „Ich möchte Ihnen versichern, dass wir unsere dringenden Arbeiten zur Wiederherstellung einer nachhaltigen Profitabilität bei Opel/Vauxhall und GM in Europa ohne Unterbrechung fortsetzen werden“, hieß es demnach in der E-Mail. Demnach will Girsky auch die Unternehmensstrategie ändern. „Unsere erfolgreiche Revitalisierung erfordert von uns allen die Bereitschaft, das Geschäft anders zu machen als bisher und dabei schnell zu handeln. Jeder Einzelne von uns ist verantwortlich für die Ergebnisse“, so die E-Mail.

Nach „Bild“-Informationen wird der Opel-Aufsichtsrat am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um die kurzfristige Nachfolge des bisherigen Opel-Vorstandsvorsitzenden Karl Friedrich Stracke zu beschließen. Insider sind überzeugt, dass die US-Mutter General Motors (GM) einen Nachfolger einsetzen wird, der härter durchgreift. Aussichtsreicher Anwärter für den Posten sei der bisherige Strategie-Vorstand Thomas Sedran.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Toll Herr Huber; Jahrelang hat die Gewerkschaft durch entspr. Verhandlungen den Standort Deutschland für normale Produkte enorm geschwächt. Nur noch high tech kann bestehen. Leider sind die Maulhelden nicht diejenigen die auch Ideen für die Zukunft haben; Sie sitzen in den Vorständen; kassieren perönlich ab und halten dann sozi Reden. Mit sochen Aussagen schadet man der Firma und auch dem Absatz; Absatz ist jedoch das Einzige was Opel in Deutschland noch retten kann;
    Solche Gewerkschafts-Proleten werden die Amerikaner nicht beeinflussen.
    Insolvenz ist da eine sehr einfache Lösung. Und was haben dann die Mitarbeiter von solchen Gewerkschaftlern?? Nichts, ausser ein bisschen Schow. Dann Arbeitslos; aber nur die Mitarbeiter: der Huber kassiert dann fleissig weiter und verarscht die Mitglieder weiter die ja selber schuld sind. Herr Huber Gehirn einschalten bevor das Maul augemacht wird.

  • General Motors hat seine Aktionäre und Gläubiger betrogen. Ein solches Unternehmen gehört samt Opel in die Insolvenz. Von Kriminellen kaufen ich keine Autos.

  • IG Metall muss solche Standpunkte vertreten, um eine bestmögliche Verhandlungsbasis zu erhalten. Aber wirklich hilft ein öffentliches TamTam wirklich nicht; das Gegenteil ist der Fall. Es liegt darin begründet, dass Autokäufe "mit Bauchgefühl" stattfinden. Jede TamTam-Meldung trägt mit dazu bei "negative Bauchgefühle" anzusprechen. Ist das Bauchgefühl in der Gesamtbetonung negativ, wird kein OPEL gekauft. Das ist tragisch, aber leider die Realität. Damit OPEL weiter verkauft werden kann, nimmt der Rabattdruck weiter zu. Auch tragisch, da Rendite so nicht produziert werden kann.

    Der neue OPEL ADAM steht am Start. Ein MADE IN GERMANY Kleinwagen. Hier könnte OPEL mehr Werbung in dieser Aufmachung machen. Das findet aber noch nicht statt. Autounternehmen betonen Marken und keine Standorte. Im Fall des ADAM ist es aber schade so zu verfahren. Noch ein kleiner Marketingfehler, der hinzukommt.

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