Nach dem Verkauf von Werkswohnungen
Thyssen-Krupp mit besserem Rating

Die Rating-Agenturen haben nach dem milliardenschweren Verkauf der Thyssen-Krupp Wohnimmobilien ihre Bewertung der Verbindlichkeiten des Mischkonzerns deutlich heraufgesetzt.

HB DÜSSELDORF. Das Langfrist-Rating des Düsseldorfer Konzerns liege nun bei „BBB-“, teilte die Rating-Agentur Standard & Poors's (S&P) am Donnerstag mit. Zuvor hatte das Rating bei „BB+“ gelegen. Auch das Emmissionsrating für die ausstehenden Anleihen wurden auf „BBB-“ angehoben. S&P nahm das Rating zudem von seiner Beobachtungsliste. Fitch stufte ihr Rating für die vorrangigen Verbindlichkeiten hoch auf „BBB+“ von „BBB“. Der Ausblick sei stabil. Die Thyssen-Krupp-Aktien notierten am späten Nachmittag mit einem Plus von 0,66 Prozent bei 16,71 Euro.

Die Heraufstufung reflektiere das verbesserte finanzielle Profil von ThyssenKrupp, teilte S&P mit. Der Verkauf der Immobilien sei ein bedeutender Schritt auf dem Weg zum Abbau der Nettofinanzschulden. S&P hatte bereits im vergangenen Jahr eine bessere Bonitätsbewertung für den Konzern in Aussicht gestellt.

Mit der neuen Einstufung verleiht S&P Thyssen-Krupp wieder den „Investment-Status“, der risikoscheuen Anlegern eine Investition in die Anleihen erlaubt. Zuletzt waren Thyssen-Krupp-Anleihen von S&P mit dem so genannten „Ramschstatus“ eingestuft worden. Das Rating hatte S&P vor rund zwei Jahren wegen der hohen Schulden, besonders aber wegen hoher Pensionsverpflichtungen von ThyssenKrupp erteilt.

Thyssen-Krupp begrüßt neue Rating-Einstufung

Je besser die Bonitätsbewertung eines Unternehmens ausfällt, umso günstiger kann es sich in der Regel bei Banken und am Kapitalmarkt refinanzieren. ThyssenKrupp begrüßte die Rating-Anhebung, mit der S&P „die in den letzten Jahren erzielten Leistungen zur Verbesserung der Profitabilität und Verschuldungsreduzierung“ würdige. Ein Sprecher wollte indes noch keine Angaben zum Stand der Nettofinanzschulden nach dem Verkauf der Immobilien machen und verwies auf die am kommenden Montag anstehende Veröffentlichung der Thyssen-Krupp-Zahlen für das erste Quartal.

Vor den Mitteilungen der Rating-Agenturen hatte Thyssen-Krupp erklärt, der 2,1 Milliarden Euro schwere Verkauf der Immobilien an ein Konsortium aus Immobilienfonds der US-Bank Morgan Stanley und der Corpus-Immobiliengruppe sei perfekt. Der Verkauf sei die größte Transaktion seit der Fusion von Thyssen und Krupp im Jahr 1999. Thyssen-Krupp Wohnimmobilien bewirtschaftet mit 370 Mitarbeitern rund 48 000 Wohnungen im Ruhrgebiet. Sie haben ihren Ursprung im frühen 20. Jahrhundert, als vor allem Krupp in großem Stil Werkswohnungen in der Nähe der damaligen Stahlwerke baute.

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