Nach den guten Debüts halten Experten dieses Jahr bis zu 25 weitere Börsengänge in Deutschland für möglich
Conergy legt Traumstart an der Börse hin

Der Solaranlagen-Hersteller Conergy hat – als zweiter Börsenneuling innerhalb weniger Tage – einen glänzenden Einstand am deutschen Aktienmarkt gegeben. Die Aktien des Hamburger Unternehmens starteten gestern mit 71 Euro und lagen damit 31 Prozent über dem Ausgabepreis von 54 Euro. Im weiteren Handel gab die Aktie bis auf 66,35 Euro nach.

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Damit übertraf Conergy den Kurszuwachs beim gefeierten Debüt des Bezahlfernsehsenders Premiere in der vorigen Woche. Dieser hatte am ersten Tag zwölf Prozent zugelegt. Gestern notierten Premiere mit 31,60 Euro gut 13 Prozent über dem Ausgabepreis. Nach den jüngsten Erfolgen halten Experten hier zu Lande bis zu 25 weitere Börsengänge in diesem Jahr für möglich.

„Der Erfolg der Börsengänge von Premiere und Conergy hat die IPO-Konjunktur in Deutschland eindeutig positiv belebt“, sagt Achim Schäcker, Chef des Aktienemissionsgeschäfts der CSFB in Deutschland. Vor allem das Interesse der Privatanleger an Erstemissionen stimmt Experten optimistisch. „Wir hatten eine extrem gute Nachfrage von Seiten der Privatanleger“, urteilt Martin Hörstel, der den Börsengang für die Deutsche Bank begleitete. 20 Prozent der Gesamtnachfrage kam nach seinen Angaben von Privatanlegern. Das ist so viel wie beim Premiere-Börsengang und sogar mehr als bei der Emission der Postbank.

Durch die Erfolge wächst das Interesse künftiger Börsenkandidaten. „Wir sehen mehr Anfragen in den letzten Wochen“, sagt Georg Hansel, Leiter des heimischen Emissionsgeschäftes bei der Deutschen Bank. Die relativ günstige Bewertung des Aktienmarktes und hohe Dividendenrenditen machten den deutschen Aktienmarkt gerade für ausländische Anleger auch bei Börsengängen interessanter.

„Es hat sich gezeigt, dass sich die Investoren nicht mehr in einem Abnehmerstreik befinden“, sagt Christian Bacherl, Leiter des Aktienemissionsgeschäfts der Hypo-Vereinsbank. Angelsächsische Anleger würden auf absehbare Zeit eine wichtigere Rolle bei heimischen Emissionen spielen, ergänzt er. Außerdem sind „die Investoren bei hohen Barbeständen wieder risikofreudiger geworden“, meint Klaus Hessberger, Leiter des deutschen Aktienemissionsgeschäfts bei JP Morgan Chase. Allerdings sei es übertrieben, von einer Euphorie unter den Anlegern zu sprechen. Es handele sich um eine Rückkehr zur Normalität.

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