Nach den vier Todesfällen im Klinikum Hoyerswerda
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Drägerwerk

Im Klinikum Hoyerswerda starben vier Frauen nach ihrer Entbindung. Die Staatsanwaltschaft Bautzen untersucht jetzt ein eingesetztes Narkosegerät der Drägerwerk AG.

BAUTZEN. Die Staatsanwaltschaft Bautzen prüft, ob es einen Zusammenhang zwischen einem defekten Narkosegerät des Medizintechnik-Herstellers Drägerwerk und mehreren Todesfällen im Klinikum Hoyerswerda gibt. Es ist aber nach Angaben der Staatsanwaltschaft unklar, ob die festgestellten Mängel an dem Gerät die Ursache für die Todesfälle sind.

In der Vergangenheit habe es mit dem Gerät älterer Bauart keine Probleme gegeben, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Es würden weitere Zeugen vernommen.

Zwischen Juni und August waren vier Frauen gestorben, nachdem sie während der Entbindung mit dem Gerät betäubt worden waren. Die Kinder überlebten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind nach vorläufiger Einschätzung eines Sachverständigen bei dem Gerät Sauerstoff und Lachgas vertauscht worden.

Das Narkosegerät des Typs Dräger „Sulla 808 V“ sei nach dem ersten Todesfall turnusgemäß am 5. Juli gewartet worden. Nach Angaben eines Zeugen sei das Gerät aber bei dem ersten Todesfall noch in Ordnung gewesen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter.

Die im TecDax notierte Dräger-Aktie verlor mit 2,8 Prozent stärker als der Markt. „Diese Nachricht verunsichert natürlich die Anleger. Es ist schließlich unklar, was da noch passieren kann“, sagte ein auf Technologiewerte spezialisierter Händler einer Frankfurter Großbank.

Eine Sprecherin des Klinikums wies darauf hin, dass die Geräte auch vor dem Einsatz getestet wurden. Der jetzt festgestellte Mangel habe dabei aber nicht erkannt werden können.

Ein Dräger-Sprecher sagte: „Nach unserer Kenntnis ist das Gerät am 5. Juli turnusgemäß gewartet worden und war in technisch einwandfreiem Zustand.“ Bei der Wartung sei die für den Betrieb des Geräts gesetzlich vorgeschriebene Sauerstoffüberwachung ebenfalls vorgenommen und der einwandfreie Zustand bestätigt worden.

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