Nach der Gebührensenkung
Vattenfall setzt sich zur Wehr

Zwischen der deutschen Stromwirtschaft und der Bundesnetzagentur ist ein schwerer Konflikt um die korrekte Höhe der Netzgebühren entbrannt.

HB BONN/BERLIN. Nachdem die Behörde mit Vattenfall Europe am Donnerstag erstmals einen Energiekonzern zu niedrigeren Netzgebühren verpflichtet hat, kündigte dieser sogleich den Einsatz aller juristischen Mittel gegen den Bescheid an und drohte mit einem Investitionsstopp.

Politiker aller Parteien und Verbraucherschützer begrüßten dagegen die Entscheidung der Bundesnetzagentur. Sie soll auch für die Endverbraucher niedrigere Preise nach sich ziehen.

Die Absenkung werde direkte Auswirkungen bei den an das Vattenfall-Netz angeschlossenen Verteilern wie Stadtwerken haben, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, am Donnerstag in Bonn. Die bisherigen Netzgebühren sollen ab 1. Juli um 11,7 Prozent sinken. Indirekt profitierten auch die Endkunden von den geringeren Kosten. Im Schnitt mache das Netzentgelt etwa ein Drittel des Strompreises für den Privatkunden aus. Es handelt sich um den ersten verbindlichen Beschluss der Netzagentur zu Stromnetzgebühren. Kurth sprach von einer „Weichenstellung“.

Als Reaktion drohte Vattenfall mit einem Investitionsstopp. „Niemand kann uns zwingen, Investitionen zu tätigen, die sich nicht rentieren“, sagte der Vorstandschef Klaus Rauscher in Berlin. Nach den bisherigen Planungen will der Konzern bis zum Jahr 2012 bis zu fünf Milliarden Euro für Kraftwerke und das Stromnetz ausgeben.

Vattenfall bezifferte den Ertragsausfall allein in diesem Jahr auf rund 116 Millionen Euro. Rauscher machte deutlich, dass die Tochter Vattenfall Europe Transmission, die das Hochspannungsübertragungsnetz in Deutschland betreibt, nach der Entscheidung nicht mehr Kosten deckend arbeiten könne. „Wir haben keinen Zweifel, dass der rechtswidrige Bescheid keinen Bestand haben wird“, sagte Rauscher.

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