Nach der gescheiterten SAP-Übernahme will der Konzern aus eigener Kraft bei Unternehmenssoftware zulegen
Microsoft probt den Alleingang

Der Softwareriese Microsoft drängt nach den gescheiterten Übernahmegesprächen mit SAP auf eigene Faust in den Markt für Unternehmenssoftware. „Es ist unser Ziel, Microsoft zum weltweiten Marktführer für Unternehmensanwendungen zu machen“, sagte Doug Burgum, Chef der Gruppe für Unternehmenssoftware „Microsoft Business Solutions“ (MBS).

TORONTO. Der Softwareriese Microsoft drängt nach den gescheiterten Übernahmegesprächen mit SAP auf eigene Faust in den Markt für Unternehmenssoftware. „Es ist unser Ziel, Microsoft zum weltweiten Marktführer für Unternehmensanwendungen zu machen“, sagte Doug Burgum, Chef der Gruppe für Unternehmenssoftware „Microsoft Business Solutions“ (MBS). Auf einer Konferenz im kanadischen Toronto kündigte Microsoft an, in den kommenden zwölf Monaten 850 Mill. Dollar in die Entwicklung und Vermarktung der Unternehmenssoftware zu investieren.

Da es Microsoft zunehmend schwerer fällt, die schätzungsweise rund 600 Millionen PC-Kunden von immer neuen Versionen der Windows- und Office-Software zu überzeugen, sucht der Softwareriese nach neuen Wachstumsmärkten. So investiert Microsoft unter anderem in Handy-Software, die Videospielkonsole Xbox und den Onlinedienst MSN. „Doch zunehmend setzt sich im Top-Management die Erkenntnis durch, dass Unternehmenssoftware der nächste große Markt für Microsoft wird“, sagt ein Insider.

An Bescheidenheit mangelt es den Microsoft Managern bei ihren Plänen im Bereich Unternehmenssoftware nicht: „Zehn Millionen Kunden und mehrere Milliarden Umsatz“, das sind die Kategorien in denen der für das operative Geschäft verantwortliche Chef der Microsoft Business Solutions Orlando Ayala denkt. Vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen will Microsoft als Kunden gewinnen.

Doch die Realität sieht anders aus: Zwar erlöst Microsoft schon heute rund 40 Prozent seines Umsatzes bei Unternehmen, doch ein großer Teil davon sind Lizenzeinnahmen für Windows, Office und Serversoftware. Im Markt für betriebswirtschaftliche Standardsoftware spielt Microsoft eine bescheidene Rolle. Dort geben SAP, Oracle und Peoplesoft den Ton an. Außerdem gibt es Hunderte mittelständischer Konkurrenten wie Sage und die von Peoplesoft gekaufte J.D. Edwards, die lang gepflegte Beziehungen zu ihrer Kundschaft haben.

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