Nach der Pleite: Müller-Brot-Geschäftsführer angeklagt

Nach der Pleite
Müller-Brot-Geschäftsführer angeklagt

Kakerlaken und Mäusedreck: Wegen gravierender Hygienemängel wurde die bayrische Großbäckerei Müller-Brot vor knapp zwei Jahren geschlossen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei Verantwortliche erhoben.
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Landshut/NeufahrnKnapp zwei Jahre nach der Pleite der bayrischen Großbäckerei Müller-Brot hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ehemalige verantwortliche Mitarbeiter erhoben. Neben drei Geschäftsführern müssen sich der damalige Betriebsleiter, der Produktionsleiter und die Leiterin des Qualitätsmanagements des Unternehmens verantworten. Sie sollen in sechs Fällen große Mengen nicht zum Verzehr geeigneter Lebensmittel in den Verkehr gebracht haben, teilte die Staatsanwaltschaft Landshut am Donnerstag mit.

Die Produktion in der Firma mit Sitz in Neufahrn nördlich von München war Ende Januar 2012 vom Landratsamt Freising wegen gravierender Hygienemängel gestoppt worden. Trotz Reinigungsarbeiten konnten Mäusedreck und Kakerlaken nicht beseitigt werden. Die Müller-Brot-Produkte hätte der Verbraucher aufgrund der Produktionsumstände abgelehnt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Zwei Wochen nach der Schließung meldete Haupteigentümer Klaus Ostendorf Insolvenz an. 1250 Mitarbeiter verloren ihren Job.

Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Ex-Geschäftsführern zudem Insolvenzverschleppung und Betrug vor. Sie sollen nicht pflichtgemäß unverzüglich nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit der Müller-Brot GmbH Insolvenz angemeldet haben. Außerdem sollen die drei Geschäftsführer Lieferanten betrogen haben, indem sie trotz Zahlungsunfähigkeit Waren und sonstige Leistungen in Höhe von rund 1,65 Millionen Euro in Auftrag gaben.

Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens muss das Landgericht Landshut entscheiden. Da die zuständige Strafkammer noch mit einer Vielzahl anderer Fälle beschäftigt ist, sei nicht abzuschätzen, wann die Prüfung des Falles Müller-Brot abgeschlossen sein wird, sagte ein Gerichtssprecher.

Insgesamt haben Gläubiger von Müller-Brot beim zuständigen Insolvenzverwalter Forderungen von mehr als 80 Millionen Euro erhoben. Mittlerweile wurden das Fabrikgelände sowie die Maschinen in der stillgelegten Großbäckerei verkauft. Möglicherweise nutzt ein Logistikunternehmen das Areal.

Den Großteil des Müller-Brot-Filialnetzes hatte die Tochter von Firmengründer Hans Müller bereits wenige Monate nach der Insolvenz zusammen mit einem Münchner Bäcker gekauft. Die Ware wird in anderen Betrieben im Großraum München hergestellt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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