Nach der Pleite
Q-Cells kämpft weiter um sein Dasein

Fast drei Monate ist es her, dass Q-Cells Insolvenz anmeldete. Noch immer sucht das Solarunternehmen nach einem Ausweg. In Frage kommt dabei auch ein Schuldenschnitt. Indes läuft die Produktion auf halber Kraft weiter.
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Bitterfeld-Wolfen/ThalheimKnapp ein Vierteljahr nach der Pleite sucht das Solarunternehmen Q-Cells aus Thalheim bei Bitterfeld-Wolfen weiter nach einem Ausweg aus der Misere. Parallel zur Stabilisierung des operativen Geschäfts werden zwei Alternativen verfolgt, wie die Gesellschaft am Mittwoch bekräftigte. Es werde ein Investor gesucht oder weiterhin ein Schulden- und Kapitalschnitt erwogen. Ziel sei es, das Unternehmen als Ganzes und damit möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Unter den Interessenten seien sowohl Finanz- als auch strategische Investoren.

Zum anderen prüft Q-Cells die Möglichkeit, unter Einbeziehung der Gläubiger den bereits vor der Insolvenzanmeldung verfolgten Schulden- und Kapitalschnitt innerhalb der Insolvenz umzusetzen, um Q-Cells als eigenständiges Unternehmen fortzuführen. Q-Cells hatte Anfang April beim Dessauer Amtsgericht Insolvenz angemeldet. Davon betroffen waren 1300 Beschäftigte am Sitz in Bitterfeld-Wolfen.

Derzeit laufe der Geschäftsbetrieb trotz des vorläufigen Insolvenzverfahrens weiter. Im zweiten Quartal sei die Produktion wieder hochgefahren worden, hieß es. So laufe die Solarzellen-Produktion mit halber Auslastung, Module würden im Drei-Schicht-Betrieb gefertigt. Die Ausweitung auf den Vier-Schicht-Betrieb stehe bevor. Mit Hilfe von Solarzellen und -modulen kann aus der Kraft der Sonne Energie erzeugt werden.

Das Gericht hatte als vorläufigen Verwalter von Q-Cells den Rechtsanwalt Henning Schorisch eingesetzt. Mit der weltweiten Suche nach Investoren wurde die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte (Frankfurt/Main) beauftragt. Für die Q-Cells-Tochter Solibro GmbH aus Bitterfeld-Wolfen fand sich unterdessen mit der chinesischen Hanergy Holding Group (Peking) ein Käufer. Dazu wurde Anfang Juni eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet. Solibro hat nach bisherigen Angaben rund 430 Beschäftigte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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