Nach der Trennung von General Motors: Fiat sucht neue Partner

Nach der Trennung von General Motors
Fiat sucht neue Partner

Fiat und GM haben ihre vor fünf Jahren geschlossene Partnerschaft beendet und zugleich einen Streit über die verlustreiche Fiat-Autosparte beigelegt. Investoren werteten die Einigung zwischen Fiat und GM als Befreiungsschlag, weil sie dem italienischen Unternehmen eine kräftige Finanzspritze bringt und zugleich die Möglichkeit neuer Allianzen eröffnet. „Sie gibt Fiat die Freiheit, neue Partnerschaften einzugehen, ohne laufende Produkt-Kooperationen zu gefährden“, sagte eine Londoner Börsenhändlerin.

HB TURIN. Auch wenn Fiat und General Motors (GM) im Zuge der Trennung auch ihre Gemeinschaftsunternehmen für den Bau von Motoren aufgeben, wird Fiat weiterhin Diesel-Motoren an GM liefern. Auch die Entwicklung gemeinsamer Fahrzeugplattformen wie die von Opel Corsa (GM) und Fiat Punto wollen beide Firmen fortsetzen. Für GM bedeutet der Rückzug, dass das Unternehmen keine derzeit unprofitable Automarke kaufen muss. Für den in Europa ohnehin mit Verlusten kämpfenden GM-Konzern wäre eine Übernahme des Fiat-Autogeschäfts eine zusätzliche Belastung gewesen. Fiat dagegen hat nun keine "Notoption" mehr, wie sie die GM Übernahmeverpflichtung darstellte, und muss sich nun um neue strategische Partnerschaften bemühen und das eigene Geschäft sanieren.

Pessimistisch beschreibt die italienische Zeitung „La Repubblica“ im Zusammenhang mit den weltweiten Überkapazitäten und den daraus resultierenden Rabattschlachten die Lage des Konzerns: „Heute braucht niemand mehr die Produktionskapazität von Fiat.“

„Die Doppelstrategie muss heißen: Mehr Modelle, weniger Kosten“, meinen Branchenkenner. Aber kaum jemand geht davon aus, dass das ausreichen wird. Immer wieder gehen die Spekulationen in Richtung einer neuen Partnerschaft in Asien, genannt werden Toyota oder der chinesische Konzern Shanghai Automotive (Saic). Noch lieber wäre vielen wohl eine engere Verbindung mit Peugeot. Montezemolo spricht dagegen eher von „gezielten Partnerschaften“. Es herrschen Zweifel, ob es in Zukunft tatsächlich eine allumfassende Allianz zur Rettung geben kann - schließlich hat der weltgrößte Autokonzern GM gerade sehr viel Geld bezahlt, um sich vom „Abenteuer Fiat“ zu befreien.

Fiat Auto will 2006 wieder schwarze Zahlen schreiben. Angesichts eines stockendenden Autoabsatzes muss das Unternehmen dieses Ziel im Wesentlichen durch Kostensenkungen verwirklichen. Die Fiat-Aktie profitierte jedoch von der Trennung der beiden Autobauer: Die Fiat-Aktie legte bis zum Nachmittag an der Mailänder Börse 4,3 Prozent auf 6,18 Euro zu.

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