Nach der VDO-Übernahme
Continental drückt aufs Tempo

Continental verliert keine Zeit: Der Autozulieferer will in den kommenden drei Monaten über Stellenstreichungen bei der vor wenigen Tagen übernommenen VDO entscheiden. Das bekräftigte Manfred Wennemer am Mittwoch. Der Conti -Chef verhandelt bereits über den Verkauf des von Siemens übernommenen Geschäfts mit Elektromotoren. Zudem kündigte er erste Integrationsschritte an.

FRANKFURT. "So schnell wie möglich werden jetzt gemeinsame Entwicklungsteams von Conti und VDO festlegen, auf welche Plattformen wir künftig bei den Produkten setzen, bei denen wir bislang unterschiedliche Lösungen anbieten“, sagte Conti -Chef Manfred Wennemer dem Handelsblatt. "Ich erwarte, dass wir kommende Woche die Standardplattformen verabschieden können.“ Conti vollzieht damit innerhalb kürzester Zeit nach der Genehmigung am vergangenen Donnerstag die ersten Schritte bei der Integration der ehemaligen Siemens-Tochter.

Spätestens in zwei Jahren werde der Großteil der Überlappungen in der Produktpalette bereinigt sein, sagte Wennemer. "So werden wir zum Beispiel im Bereich der Komfortelektronik nicht mehr auf mehrere verschiedene Plattformen setzen, sondern uns für eine entscheiden.“ Auch Design und Preise würden vereinheitlicht. "All das wird uns Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sparen und gehört zu den Synergien, die wir mit der Übernahme realisieren können.“ Bereits in Serie laufende Produkte seien davon wegen der Zulassungen der Hersteller indes nicht betroffen.

"Wennemer macht Dampf“, urteilt Analyst Jens Schattner vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Er wertet dies als Beleg dafür, dass Conti den Integrationsprozess sehr zügig vollziehe und optimal vorbereitet sei.

Wennemer fällt mit den Plattformen schon zum Start der Integration von VDO erste wichtige Richtungsentscheidungen für den künftigen Konzern. Experten wie die Auto-Analysten der Ratingagentur Standard & Poor’s beziffern den Umsatzanteil der Produkte von Conti und VDO, bei denen es Überschneidungen gibt, auf 20 bis 25 Prozent. Conti hatte sich bereits Ende Juli mit Siemens auf die Übernahme des Autozulieferers VDO für 11,4 Mrd. Euro geeinigt, den Deal nach der jüngst erfolgten Zustimmung der Kartellbehörden allerdings erst Anfang der Woche abgeschlossen.

Nun erhält der Conti -Vorstand erstmals vertieften Einblick in die Bücher und Zahlen von VDO, den bisher nur ein sogenanntes Clean Team von Managern beider Firmen hatte. Die Informationen durften wegen der ausstehenden Zustimmung der Kartellbehörden vorher nicht an den Käufer weitergegeben werden. "Wir müssen jetzt die Doppelzählungen bei den erwarteten Umsätzen bereinigen“, sagte Wennemer. Die langfristigen Pläne von VDO kannten wir bislang natürlich nicht.“ Dabei handele es sich aber sicher nicht um Milliarden-Beträge.

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