Nach der VW-Affäre
Volkswagen prüft pro Jahr Hunderte Hinweise

Vor zehn Jahren erschütterte die VW-Affäre den Konzern. Ein System aus Geheimvergütungen offenbarte die aus der Chefetage vorangetriebene Käuflichkeit des Betriebsrates. Heute sieht sich VW geläutert.
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WolfsburgZehn Jahre nach dem Skandal um Schmiergelder und Lustreisen auf Firmenkosten sieht sich Volkswagen gut gewappnet gegen mögliche Unregelmäßigkeiten im Unternehmen. „Wir wollen Regelverstöße möglichst von vornherein ausschließen“, sagte Frank Fabian, Chef der zuständigen Abteilung, der Deutschen Presse-Agentur. „Deshalb setzen wir stark auf Prävention.“ Wenn Vorbeugung nicht helfe, ziehe VW auch Konsequenzen. 2014 verloren 72 Mitarbeiter wegen Verstößen ihren Job.

Über die Regeln für die sogenannte Compliance (ethisch korrektes Handeln) wacht die VW-Konzernrevision. Deren Leiter Peter Dörfler sagte: „Wir prüfen die grundsätzlichen Abläufe im Unternehmen, darüber hinaus nehmen wir verdachtsunabhängige Kontrollen und im Verdachtsfall intensive Untersuchungen vor.“

Dörfler, der auch der Anti-Korruptionsbeauftragte im Konzern ist, erhielt im vergangenen Jahr 51 Meldungen über externe Ombudsleute, bei denen Hinweise auch vertraulich eingehen können. Das leisten die Anwälte Rainer Buchert und Thomas Rohrbach aus Frankfurt am Main.

Weitere 89 Fälle erreichten Dörfler im vergangenen Jahr direkt. 2014 ermittelte die Konzernrevision 365 mal. Neben dem Rausschmiss der 72 Mitarbeiter habe der Konzern außerdem in 16 Fällen Verträge mit Geschäftspartnern gekündigt beziehungsweise diese nicht erneuert.

VW ist mit dem Skandal von 2005 nicht allein. Siemens etwa pflegte ein System aus Schwarzen Kassen, Daimler zahlte im großen Stil in den USA Schmiergelder und auch die CDU-Schwarzgeldaffäre ist unvergessen.

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Jeder dritte Mitarbeiter nimmt an Compliance-Schulungen teil

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