Nach einem Umsatzplus von neun Prozent
Bayer gibt sich optimistisch

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist gut in das Geschäftsjahr 2004 gestartet.

HB KÖLN. Insgesamt habe Bayer wie im Auftaktquartal 2003 einen Konzernumsatz von 7,4 Mrd. Euro erwirtschaftet, teilte Bayer am Freitag bei der Hauptversammlung in Köln mit. Währungs- und portfoliobereinigt sei ein Umsatzplus von neun Prozent verzeichnet worden. "Insgesamt bestätigt der Geschäftsverlauf der ersten drei Monate unsere positive Prognose und gibt Anlass zu Optimismus", kommentierte Vorstandschef Werner Wenning. Bereinigt um Wechselkurseffekte habe Bayer in allen Arbeitsgebieten - einschließlich der entstehenden neuen Chemiegesellschaft Lanxess - Zuwächse erzielt.

Die Bayer-Aktie lag am Vormittag im Handelsverlauf mit 0,85 Prozent im Minus bei 22,52 Euro.

Bayer hatte bereits am Mittwoch überraschend mitgeteilt, im ersten Quartal mit einem bereinigten operativen Gewinn auf Vorjahresniveau von etwa 833 Mill. die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen zu haben. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) bewege sich um 25 bis 30 Prozent über den durchschnittlichen Schätzung von Bayer befragter Branchenexperten. Für das Gesamtjahr plant Bayer den bereinigten operativen Gewinn sowie das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um mehr als zehn Prozent zu steigern.

Die Leverkusener teilten am Freitag ferner mit, für den vom Markt genommenen Cholesterinsenker Lipobay bis April 2312 (März: 2224) Fälle außergerichtlich verglichen zu haben. Dafür wurden 872 (842) Mill. Dollar aufgewendet. Die Zahl der noch anhängigen Klagen habe auf 9278 abgenommen. Im März waren noch 9948 Klagen anhängig. Der Bayer-Konzern hatte Lipobay 2001 vom Markt genommen, weil das Medikament im Verdacht steht, als Nebenwirkung Muskelschwäche mit tödlichem Ausgang verursachen zu können.

Auf der Hauptversammlung sollen die Aktionäre in Köln einem umfassenden Konzernumbau zustimmen. Bayer-Chef Wenning hatte Ende 2003 eine strategische Wende eingeleitet und will den Großteil des Chemiegeschäfts sowie ein Drittel des Polymergeschäfts (Kunststoffe) in eine eigene Gesellschaft übertragen und bis Anfang 2005 an die Börse bringen. Die neue Gesellschaft Lanxess soll einen Umsatz von rund sechs Mrd. Euro aufweisen, etwa 20.000 Beschäftigte haben sowie Finanzschulden von rund 1,2 Mrd. Euro und Pensionsverpflichtungen von 400 Mill. Euro übernehmen.

Bayer-Chef: Momentan Lanxess-Abspaltung am wahrscheinlichsten

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Der Leverkusener Bayer-Konzern hält nach den Worten seines Vorstandschefs derzeit beim geplanten Börsengang der entstehenden neuen Chemiegesellschaft Lanxess eine Abspaltung für den wahrscheinlichsten Weg.

"Momentan stellt eine Abspaltung die wahrscheinlichste Option dar", sagte Bayer-Chef Werner Wenning am Freitag auf der Hauptversammlung in Köln. Bayer will zu Beginn des zweiten Halbjahres entscheiden, ob Lanxess mittels einer Abspaltung an die Bayer-Aktionäre oder über einen separaten Börsengang an den Kapitalmarkt gebracht werden soll. Ein separater Börsengang stünde allen Anlegern offen.

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