Nach Einstieg von Spanieren bei Hochtief
In Baubranche schießen Übernahmespekulationen ins Kraut

Der Einstieg des spanischen Baukonzerns ACS beim deutschen Konkurrenten Hochtief schürt Übernahmespekulationen in der Branche. Besonders ein Name fällt.

DÜSSELDORF. Die Aktien des Wettbewerbers Bilfinger Berger stiegen im Laufe des Mittwochs um bis zu 5,5 Prozent. Bilfinger-Chef Herbert Bodner wiegelte ab, ein neuer Großinvestor sei nicht in Sicht. Zugleich schränkte er aber ein, dass man dies bei einem vollständigen Streubesitz der Aktien nie ausschließen könne.

Hochtief hat am Mitteoch bekannt gegeben, dass der Baukonzern ACS 25,08 Prozent der Anteile übernommen hat. Die spanische Marktführer kauft für 1,26 Mrd. Euro das Paket der Münchener Beteiligungsgesellschaft Custodia des Milliardärs August von Finck. ACS hat damit 72 Euro pro Aktie bezahlt, rund einen Euro mehr als den gestrigen Schlusskurs. Der Kurs war jedoch in den vergangen zwei Wochen bereits um fast 10 Euro gestiegen. Seit bekannt war, dass Custodia bei Hochtief aussteigen wollte, hatten Spekulationen über eine mögliche Zerschlagung des Konzerns den Kurs getrieben.

Entsprechend erleichtert zeigte sich heute das Management von Hochtief. „Wir begrüßen zuallererst, dass wir wieder eine stabile Aktionärsstruktur haben“, sagte ein Sprecher. Mit der Übernahme könne Hochtief seine strategische Ausrichtung fortsetzen. Die Konzernführung werde jetzt rasch das Gespräch mit ACS suchen. Der neue Aktionär teilte mit, dass er seinen Anteil vorläufig nicht weiter aufstocken will.

Beide Baukonzerne kennen sich seit vielen Jahren und haben international schon gemeinsame Projekte realisiert. Die beiden Unternehmen ergänzen sich gut: Während Hochtief 80 Prozent seines Umsatzes von rund 13,6 Mrd. Euro im Ausland erwirtschaftet, erzielte ACS von zuletzt 12,1 Mrd. Euro Umsatz erst 17 Prozent außerhalb von Spanien.

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum
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