Nach Eklat im VW-Aufsichtsrat
Porsche-Clan plant Krisensitzung

VW-Großaktionär Porsche will nach dem Eklat im VW-Aufsichtsrat noch diese Woche eine Krisensitzung einberufen. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen plant Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche auf einem Treffen mit den beiden Familienstämmen des Clans, das weitere Vorgehen gegen Porsche-Miteigentümer und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch zu beraten.

FRANKFURT/HAMBURG. Piëch hatte am Freitag überraschend im VW-Kontrollgremium gegen die eigene Familie gestimmt und damit Porsche düpiert. "Die Familie, und zwar auch der übrige Piëch-Zweig, fühlt sich brüskiert und öffentlich vorgeführt", sagte ein Porsche-Vertrauter.

Wolfgang Porsche sucht nun offenbar die Machtprobe mit seinem Cousin. Eine mögliche Ablösung von Piëch als Vorsitzender des Kontrollgremiums hat laut Handelsblatt-Informationen allerdings kaum Chancen. Das Land Niedersachsen, das als zweitgrößter Aktionär einen solchen Schritt unterstützen müsste, sieht dafür bisher keinen Grund. Ministerpräsident Christian Wulff rief stattdessen zur Versöhnung auf.

Doch Porsche will das Vorgehen von Piëch nicht unbeantwortet lassen. Im Umfeld von Porsche wird nicht ausgeschlossen, dass die Familien Piëch in der Porsche SE den Stuhl vor die Tür setzen könnten.

Piëch hatte am Freitag auf der Aufsichtsratssitzung laut Informationen aus dem Gremium gegen die Stimmen der Porsche-Vertreter Wolfgang Porsche, Wendelin Wiedeking, Holger Härter sowie aller übrigen Kapitalvertreter einen Antrag der Arbeitnehmer passieren lassen. Künftig muss Porsche sich alle wichtigen Geschäfte mit Audi vorab vom VW-Aufsichtsrat genehmigen lassen, wie es die Arbeitnehmer gefordert hatten.

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