Nach Erkenntnissen des Insolvenzverwalters ist kein Geld verschwunden
Bei Agfa Photo lief alles ganz legal

Bei der insolventen Agfa Photo ist nach ersten Erkenntnissen des Insolvenzverwalters alles mit rechten Dingen zugegangen. Es sei kein Geld verschwunden. Vordringliche Aufgabe ist nun das Finden eines potenten Partners, um das Unternehmen zu retten.

HB LEVERKUSEN. Der Sanierungsexperte und jetzige Agfa-Finanzchef Hans-Gerd-Jauch, sagte, es sei unwahrscheinlich, dass das Unternehmen aus eigener Kraft wieder aus der Insolvenz herauskomme. Man brauche einen Partner. Es hätten auch schon mehrere Kandidaten für das Gesamtunternehmen und einzelnen Sparten vorgesprochen. Agfa Photo mit Sitz in Leverkusen und 1800 Beschäftigten bundesweit soll nach einem harten Sanierungskurs bis August wieder auf eigenen Füßen stehen.

Das Unternehmen hatte Ende Mai die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Die frühere Mutter, der belgische Agfa-Gevaert-Konzern, hatte daraufhin zugesagt, offene Rechnungen vor Fälligkeit zu begleichen. So wurden die Fortsetzung der Produktion und die Zahlung der Gehälter für drei Monate gesichert. Der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier betonte, er rechne am 1. August mit einer Entscheidung über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Bis dahin seien die Gehälter der Beschäftigten gesichert.

Jauch stellte klar, es gebe keine Hinweise darauf, „dass die Gesellschafter, das Management oder die frühere Muttergesellschaft diese Insolvenz in irgendeiner Weise vorsätzlich herbeigeführt hat.“ Es gebe auch keine Hinweise dafür, das Geld auf ungesetzliche Weise verschwunden sei.

Vor allem Hartmut Emans war in die Schusslinie geraten. Der geschäftsführende Gesellschafter der Nanno Beteiligungsholding hatte mittelbar 55 Prozent an Agfa Photo kontrolliert. Es waren in den Medien Anschuldigungen laut geworden, nach denen Emans Millionen Euro aus dem Unternehmen gesogen haben soll.

Bei Gründung der Gesellschaft im November 2004 war von 72 Millionen Euro Barvermögen die Rede, nach jüngsten Zahlen von nur noch 22 Millionen. Dazu erklärte Jauch, an Barbeständen seien tatsächlich lediglich 22 Millionen Euro bei der Agfa-Photo-Gründung vorhanden gewesen. Bei den genannten weiteren 50 Millionen Euro habe es sich um einen „Kreditrahmen“ gehandelt.

Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft sagte nach Vorermittlungen, es gebe keinen Anfangsverdacht gegen Verantwortliche der GmbH. „Wir sind nicht aktiv, aber wir beobachten und sind im ständigen Kontakt mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter.“

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