Nach Ermittlungen der Wertpapieraufsicht
Sanyo will Geschäftsbericht überarbeiten

Der japanische Elektronikkonzern Sanyo beugt sich dem Druck der Wertpapieraufsicht. Der Geschäftsbericht für das Jahr 2003/2004 werde revidiert, teilte das angeschlagene Unternehmen mit. Es geht um die Verbuchung von Verlusten mehrerer Tochterfirmen.

HB TOKIO. Mit dem freiwilligen Schritt wolle das Unternehmen einer drohenden Anordnung der Behörden zuvorkommen, berichtete das Wirtschaftsblatt „Nikkei“. Hintergrund sind Ermittlungen der Wertpapieraufsicht gegen Sanyo, die das Unternehmen am Vortag eingeräumt hatte, ohne Details zu nennen. Behördenkreisen zufolge werden mehrere Geschäftsberichte untersucht. Im Mittelpunkt steht die Verbuchung der Verluste von Tochterfirmen. Der Aktienkurs brach nach der Nachricht am Freitag zeitweise um 29 Prozent ein und beendete den Handel knapp 21 Prozent im Minus.

Einem Bericht der Zeitung „Asahi“ zufolge hatte Sanyo in dem im März 2004 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr Verluste bei Beteiligungen nicht korrekt abgeschrieben, um ein Abgleiten in die roten Zahlen zu vermeiden. Statt 1,2 Milliarden Euro (190 Milliarden Yen) seien dadurch nur gut 300 Millionen Euro in den Büchern aufgetaucht, so dass Sanyo für das Jahr einen kleinen Gewinn ausweisen konnte.

Das Unternehmen kämpft vor allem mit schleppenden Verkäufen seiner Digitalkameras und mit hohen Sanierungskosten. Auch in diesem Geschäftsjahr rechnet Sanyo nicht mit einer Trendwende: Entgegen früheren Erwartungen befürchtet der Konzern das dritte Jahr in Folge hohe Verluste. Sein Überleben konnte Sanyo zuletzt nur durch Erlöse aus dem Verkauf eines milliardenschweren Aktienpakets mit einem deutlichen Preisnachlass sichern. Tausende Arbeitsplätze wurden außerdem gestrichen.

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