Nach Förderkürzung
Solarhybrid sieht sich am Abgrund

Die Solarbranche in Deutschland ringt derzeit mit massivem Preisverfall. Nun kommen Förderkürzungen hinzu. Kraftwerks-Entwickler Solarhybrid sieht Millionen-Projekte gefährdet und sein Geschäftsmodell in Frage gestellt.
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DüsseldorfDer Solarkraftwerks-Entwickler Solarhybrid gerät nach eigener Einschätzung durch die Streichung der Förderung größerer Solar-Anlagen ins Wanken. Das Geschäftsmodell der Firma in Deutschland sei durch die Entscheidung des Bundes in Frage gestellt, teilte Solarhybrid am Mittwoch mit. Der Vorstand fürchte den Verlust von Investitionen von über zehn Millionen Euro für geplante Projekte, die nun nicht mehr oder nur beschränkt realisiert werden können. Darüber hinaus sei die geplante Ausgabe einer Unternehmensanleihe gefährdet, mit der die Übernahmen der US-Aktivitäten der Solar Millennium und des Projektes Vega in Italien finanziert werden sollten.

Der Vorstand verschob angesichts der aktuellen Unsicherheit die für März vorgesehene Veröffentlichung seiner Jahreszahlen 2011 auf unbestimmte Zeit. Die Solarhybrid-Aktie brach um über 50 Prozent auf 1,23 Euro ein.

Die Bundesregierung plant unter anderem, die Förderung von Freilandanlagen über zehn Megawatt Spitzenleistung ab 1. Juli komplett zu streichen. Für Kraftwerke, die bis zu dem Zeitpunkt nicht fertiggestellt sind, sollen keine Einspeisevergütungen mehr gezahlt werden. Das beträfe unter anderem das Großprojekt der Solarhybrid in Neuhardenberg, das Ende des Jahres erst ans Netz geht und in das die Firma bereits 7,5 Millionen Euro investiert habe.

Solarhybrid setzte 2010 rund 113 Millionen Euro um und verbuchte netto einen Verlust von einer knappen Million.

Die Solarbranche in Deutschland ringt derzeit mit einem massiven Preisverfall infolge weltweiter Überkapazitäten. Verluste sind inzwischen auch bei Branchengrößen wie Solarworld und Centrotherm an der Tagesordnung. Andere wie Conergy und Q-Cells kämpfen ums Überleben, Solon und Solar Millennium haben den Kampf bereits verloren und Insolvenz angemeldet. Die Branche erwartet infolge der angekündigten Förderkürzungen Massenentlassungen und weitere Pleiten. „Diese Einsparungen sind unverhältnismäßig und hätten fatalen Folgen - eine drohende Insolvenzwelle, die Gefährdung zehntausender Arbeitsplätze sowie das Scheitern der Energiewende“, betonte der Geschäftsführer des Branchenverbandes, Carsten Körnig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Förderkürzung: Solarhybrid sieht sich am Abgrund"

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  • @vandale
    Ich brauche nachts eh keinen Strom, meine Firma auch nicht!
    Die Sonne passt also bestens dazu!

  • Solarenergie direkt in Strom umzuwandel, so wie es derzeit gemacnt wird ist ein absolut falscher Weg. Wann haben wir Solarenergie? - am Tage und nur bei gutem Wetter bringen auch Großanlagen wirkliche Leistung. An wie vielen Tagen im Jahr bringt eine Großanlage (20 - 60 MW) wirklich mehr als 70% (wenn überhaupt) der angegebenen Leistung?
    Das Ergebnis daraus ist doch folgendes - am Tage, bei gutem Wetter produzieren wir überkapazität an Strom. Nachts oder im Winter oder bei schlechtem Wetter so gut wie Null. Aus Solarenergie direkten Strom zu maxchen ist absoluter Unsinn. Besser ist es Solarstrom wird zu Wasserstoff und dieser wird in Methan umgewandelt. Ein einfaches und simples Verfahren. Methangas = Erdgas, welches man überall speichern, bei Bedarf abrufen kann und ohne die erforderliche Techneik neu zu erfinden überlaa nutzen kann, z.B. zum Heizen, Kochen, man kann es im Auto sehr umweltfreundlich fahren, in Blockheizkraftwerken zu Wärme und Stromerzeugeung nutzen und das alles ohne die Technik neu erfinden zu müssen.
    Ausserdem ist Solarstrom sehr "schmutzig". d.H. durch die Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom wird das Netz mit sehr vielen Impulsen verseucht, welche sich negativ auf alle angeschlossenen Verbraucher auswirken.

    Ich bin kein Gegner von Solarkraftwerken, aber der Weg muss neu überdacht werden und es muss endlich ein Umdenken stattfinden und den Lobbyisten, welche solche Techniken verhindern das Handwerk gelegt werden.

  • Augen Auf...Zum vertieften Nachdenken

    Solarstrom fällt, sofern es die Laune des Wetters gerade vorsieht, überwiegend zur Mittagszeit an. Im Sommer 5mal mehr denn im Winter. Ein Arbeitnehmerhaushalt verbraucht zwischen nahe 0 und 5 Kw z.B. Herd, Waschmaschine gleichzeitig, das meiste am Abend. Demzufolge ist der umweltschädliche Solarstrom denkbar schlecht für den Eigenverbrauch geeignet. Mehr als 10% sollten kaum nutzbar sein.

    Der Haushaltsstrompreis enthält im wesentlichen Steuern, Abgaben, Oekostromsubventionen, Netzkosten. Wollen Sie (Selbstverbraucher mit 24h bedarfsgerecht regelbarem Sonnenschein)diese Kosten seperat bezahlen?

    In einem bedarfsgesteuertem Stromnetz ist ein beliebiger Zufallsstrom nahezu wertlos, z.B. 1c/kWh.

    Die Subventionssätze liegen aktuell bei 24c/kWh. Nach meinen Rechenkünsten bedarf Solarstrom einer Subvention mit dem Faktor 20.

    Demzufolge ist es am besten die Solarbranche möglichst schmerzfrei zu beerdigen. Oekogläubige könnten sich blau gemustertes Glas auf die Hausdächer montieren lassen dies ist weniger umweltschädlich und auch nicht so gefährlich wie Solarzellen.

    Vandale
    Vandale

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