Nach fünf Jahren Liberalisierung
Kartellamt nimmt RWE und EnBW unter die Lupe

Das Bundeskartellamt hat gegen zwei Netzgesellschaften des Energiekonzerns RWE und eine der Energie Baden-Württemberg (EnBW) ein Missbrauchsverfahren wegen unangemessener Bedingungen beim Netzzugang für dritte Wärmestromanbieter eingeleitet.

HB DÜSSELDORF. „Auch fünf Jahre nach der Strommarktliberalisierung haben Verbraucher, die ihren Heizbedarf mit Nachtspeicherheizungen decken, faktisch keine Möglichkeit, zu einem anderen Stromversorger zu wechseln“, erklärte Kartellamtschef Ulf Böge am Donnerstag in Bonn. Auslöser für das eingeleitete Missbrauchsverfahren gegen die RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH, die RWE Westfalen-Weser-Ems Verteilnetz GmbH und die EnBW Regional AG sei eine Beschwerde des netzunabhängigen Stromhändlers BMR-Service GmbH gewesen.

Die von den Netzbetreibern entwickelten Netznutzungsbedingungen und Lastprofile, nach denen Dritte Wärmestrom in die Netze der etablierten Stromversorger leiten könnten, seien unpraktikabel und behinderten beziehungsweise diskriminierten neue Stromanbieter, erklärte Böge weiter. Das Kartellamt hat in der Versorger-Branche bereits mehrfach vom Druckmittel des Missbrauchsverfahrens Gebrauch gemacht. Entsprechende Verfahren wurden gegen Netzbetreiber etwa wegen zu hoher Netznutzungsentgelte oder auch wegen zu hoher Preise für Regelenergie eingeleitet.

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