Nach geplatztem Vergleich Streit zwischen Prevent und Daimler geht vor Gericht weiter

Eine Lösung im Daimler-Prevent-Schadensersatzstreit ist weiterhin nicht in Sicht: Bei einem Vergleich kam keine Einigung zustande.
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Daimler: Streit mit Prevent geht vor Gericht weiter Quelle: dpa
Daimler

Autozulieferer Prevent hatte von Daimler einen Schadenersatz von gut 40 Millionen Euro verlangt. Prevent behauptet, Daimler habe einen Liefervertrag unrechtmäßig beendet.

(Foto: dpa)

Stuttgart Der Schadenersatz-Streit um die Lieferung von Sitzbezügen zwischen dem Zulieferer Prevent und dem Autobauer Daimler wird weiter vor Gericht ausgetragen. Ein vom Landgericht Stuttgart vorgeschlagener Vergleich kam innerhalb der gesetzten Frist nicht zustande, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch sagte.

Die Richter hatten vor gut einem Monat angeregt, dass Daimler gut fünf Millionen Euro an Prevent zahlt und der Zulieferer im Gegenzug den Großteil der Gerichtskosten trägt.

Prevent hatte Schadenersatz von gut 40 Millionen Euro gefordert. Das Unternehmen hatte Daimler bis 2014 mit Sitzbezügen beliefert und wirft dem Autobauer vor, den Liefervertrag unrechtmäßig beendet zu haben, kurz nachdem neue Konditionen vereinbart worden waren. Daimler wiederum wirft dem Zulieferer vor, diese neuen Konditionen mit der unrechtmäßigen Androhung eines Lieferstopps erzwungen zu haben.

Der Autobauer teilte mit, dass das gerichtliche Verfahren nun fortgesetzt werde. Die Klage halte man für unbegründet. Darüber hatte zuvor auch die „Automobilwoche“ berichtet. Prevent wollte den Stand des Verfahrens vorerst nicht kommentieren.

Für den Fall, dass das Verfahren nicht durch einen Vergleich beendet wird, haben die Richter von den Beteiligten bereits Antworten auf etliche offene Fragen verlangt. Unter anderem halten sie die Höhe des angeblich entstandenen Schadens für nicht nachvollziehbar.

Ungeklärt ist demnach auch, ob für Prevent zum fraglichen Zeitpunkt eine Lieferverpflichtung bestand – denn nur dann wäre die Ankündigung eines Lieferstopps überhaupt als widerrechtliche Drohung zu werten.

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  • dpa
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