Nach Gewinneinbruch Investor gesucht
Pfleiderer unter Druck

Der Mischkonzern Pfleiderer musste wegen anhaltenden Preis- und Wettbewerbsdrucks einen Gewinnrückgang im dritten Quartal hinnehmen. Nun sucht Pfleiderer verstärkt einen Investor.

HB MÜNCHEN. Das auf Holzwerkstoffe und Infrastrukturtechnik spezialisierte Unternehmen könne sich einen Finanzinvestor oder einen strategischen Partner vorstellen, der frisches Kapital mitbringe, sagte Firmenchef Hans Overdiek am Montag in einer Telefonkonferenz. Die Eigentümerfamilie sei bereit, ihren 70-prozentigen Anteil zu verringern und möglicherweise sogar die Mehrheit abzugeben. Im dritten Quartal hatte das im SDax gelistete Unternehmen einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet und diesen mit anhaltendem Wettbewerbs- und Preisdruck begründet.

Die Aktie der Firma, die neben Spanplatten für die Möbelindustrie auch Bahn-Schwellen, Masten, Türme und Windkraftanlagen herstellt, verlor bis zum Mittag 0,6 % auf rund 3,10 €.

Overdiek sagte, Pfleiderer brauche zwar frisches Kapital, sehe sich bei der Investorensuche aber nicht unter Zeitdruck. „Wir wollen solch einen Investor“, bekräftigte der neue Firmenchef, der im August überraschend Ralf Bufe abgelöst hatte. Es sei aber nicht bedeutsam, ob dies nun drei oder sechs Monate dauere. Die Verkaufsbereitschaft der Eigentümerfamilie sei überdies nicht neu, da Pfleiderer seit längerem plane, den Streubesitzanteil (Free-Float) zu erhöhen.

Das Unternehmen rund 6 000 Beschäftigten wird seit längerem saniert und trennt sich von mehreren Geschäften. Bis Jahresende sollen noch die Bereiche Wind und Tischlerplatten verkauft werden, womit der Umbau abgeschlossen wäre. Overdiek sagte, der Abbau von 345 Stellen in der Verwaltung und im Bereich Holzwerkstoffe sei vollzogen. 68 % des geplanten Einsparvolumens von 50 Mill. € seien damit bereits realisiert, was sich positiv auf das Ergebnis auswirke.

Auch im dritten Quartal habe der Preisdruck in der Möbelindustrie in Deutschland angehalten. Das operative Ergebnis sei auf 7,1 (Vorjahr: 9,9) Mill. € gesunken, teilte das Unternehmen aus Neumarkt in der bayerischen Oberpfalz mit. Der Umsatz ging auf 260,4 (263,0) Mill. € zurück.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Pfleiderer das Ziel eines operativen Ergebnisses in niedriger zweistelliger Millionen-Höhe. Der Umsatz werde mit etwa einer Milliarde Euro auf Vorjahresniveau liegen, sagte Overdiek. Finanzvorstand Jürgen Koch ergänzte, es sei auch weiter Ziel, einen Überschuss zu erzielen. Dahinter stehe aber ein Fragezeichen.

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