Nach Gewinneinbruch
Südzucker kürzt Dividende

Europas größter Zuckerhersteller Südzucker lässt seine Aktionäre die Folgen der EU-Zuckermarktreform spüren. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen am Dienstag überraschend eine Kürzung der Dividende vor.

HB FRANKFURT. Sie soll von 55 auf 40 Cent je Aktie sinken. Wie das Unternehmen aus Mannheim mitteilte, brach der operative Gewinn im Geschäftsjahr 2007/08 auf 233 (Vorjahr: 419) Mill. Euro ein. Trotz der erwarteten Ertragseinbußen hatten die Analysten aber auf eine stabile Dividende gehofft. Die geringere Ausschüttung begründete Südzucker damit, dass Besserung zunächst nicht in Sicht sei. Gut 55 Prozent der Aktien gehören einer Genossenschaft deutscher Rübenanbauer. Der Umsatz trat im abgelaufenen Jahr mit 5,8 Mrd. Euro auf der Stelle, lag damit aber leicht über den vom Vorstand in Aussicht gestellten 5,5 Mrd. Euro.

Mit einer Erholung rechnet Südzucker erst im übernächsten Geschäftsjahr. Für das seit März laufende Geschäftsjahr 2008/09 seien stagnierende Umsätze und operative Gewinne zu erwarten. 2009/10 will der Konzern mit einem operativen Ergebnis von 400 Mill. Euro an das lange gewohnte Niveau anknüpfen.

Südzucker macht die umfassende Reform des Zuckermarktes in Europa zu schaffen. Damit will die Europäische Kommission bis 2010 die Überproduktion von Zucker um sechs Mill. Tonnen drosseln, der zu Garantiepreisen in der EU verkauft wird. Bis Ende März erhielten die Hersteller Entschädigungen für die Rückgabe von Quoten, die ihnen den Verkauf von EU-Zucker ermöglichen. Seither werden die Quoten ohne finanziellen Ausgleich eingezogen. Südzucker hatte in einem ersten Schritt 15 Prozent der Quote für die Ernte 2008/09 zurückgegeben. Das entspricht 615 000 Tonnen Zucker. Vier der 40 Raffinerien wurden geschlossen.

Die Südzucker-Aktie legte am Dienstag um 0,7 Prozent auf 13,96 Euro zu. DZ-Bank-Analyst Bernd Müll sagte, die Lagerbestände drückten offenbar noch auf die Preise und die Margen. Wenn die Reform 2009/10 endgültig wirksam sei, könnten Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht kommen und höhere Margen ermöglichen.

Auch beim größten deutschen Rivalen Nordzucker ging der Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr auf 80 (Vorjahr 115) Mill. Euro zurück, obwohl der Umsatz auf 1,3 (1,2) Mrd. Euro stieg. Wie das Braunschweiger Unternehmen mitteilte, wurde ein Standort in Güstrow sowie im ungarischen Szolnok dichtgemacht. In Deutschland seien in zwei Schritten Quoten für 228 000 Tonnen Rübenzucker zurückgegeben worden. Dafür stieg das Unternehmen in Polen in die Veredelung von Rohrzucker ein. Für 2008/09 stellte Vorstandschef Hans Birlenberg-Gerd leicht sinkende Umsätze und ein "gutes Ergebnis" in Aussicht.

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