Industrie

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Nach Gewinnschub: Givaudan lockt mit satter Dividende

Der Gewinn des Aromenherstellers ist um 63 Prozent gestiegen. Das sollen auch die Aktionäre des Unternehmens spüren: Die Dividende soll um fast zwei Drittel erhöht werden. Auch an der Börse ging es bergauf.

Labor bei Givaudan. Quelle: AFP
Labor bei Givaudan. Quelle: AFP

Zürich/FrankfurtEine kräftige Nachfrage nach Substanzen für Mundpflegeprodukte und Waschpulver hat das Geschäft des Riechstoff- und Aromenherstellers Givaudan im vergangenen Jahr beflügelt. Der Gewinn schnellte 2012 um 63 Prozent auf 411 Millionen Franken in die Höhe, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

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Auch die Aktionäre sollen von dem Ergebnissprung profitieren. Ihnen stellte Konzernchef Gilles Andrier eine um fast zwei Drittel auf 36 Franken je Aktie erhöhte Dividende in Aussicht. Das wäre bereits die zwölfte Anhebung in Folge. An der Börse konnte Givaudan mit seinen Zahlen auftrumpfen: Die Aktie gewann zeitweise 3,75 Prozent auf 1050 Franken. Auch die Titel des deutschen Konkurrenten Symrise zogen im Schlepptau der Givaudan-Zahlen um 0,72 Prozent an.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

  • Platz 10

    Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

  • Platz 9

    Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

  • Platz 8

    Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

  • Platz 7

    Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

  • Platz 6

    Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

  • Platz 5

    Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

  • Platz 4

    Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

  • Platz 3

    Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

  • Platz 2

    Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

  • Platz 1

    BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Der Branchenprimus aus Vernier bei Genf setzte im vergangenen Jahr 4,26 Milliarden Franken um - das ist in Lokalwährungen ein Plus von 6,6 Prozent. Dabei stach vor allem das Duftgeschäft mit einem Wachstum von 8,4 Prozent heraus, während das Aromengeschäft um fünf Prozent zulegte. Im Schlussquartal zog die Nachfrage in den Schwellenländern an und in Europa gewann das Geschäft nach Substanzen, die den Luxusparfüms von Herstellern wie Dior und Prada ihren Duft verleihen, an Fahrt.

Zweistellige Wachstumsraten konnte der Rivale der deutschen Symrise und der US-amerikanischen International Flavors & Fragrances (IFF) mit Riechstoffen für Mundpflegeprodukte wie Zahnpasta sowie für Waschpulver erzielen. Auch die Nachfrage nach Geschmacksstoffen für Snacks und Getränke blieb hoch. Ein Wermutstropfen war das Geschäft mit Duftstoffen für teure Parfüms in den USA. Dort gingen die Verkäufe 2012 leicht zurück.

Chemiebranche

Seine Ertragskraft baute Givaudan im vergangenen Jahr weiter aus. Die operative Rendite (Ebitda-Marge) verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf 20,4 Prozent. Zusätzliche Pensionsaufwendungen und Startkosten für eine neue Fabrik in Ungarn drückten allerdings auf das Ergebnis.

Für die weitere Entwicklung gab sich Givaudan zuversichtlich. Unternehmenschef Andrier bekräftigte die mittelfristigen Ziele, die ohne Zukäufe ein jährliches Wachstum von 4,5 bis 5,5 Prozent vorsehen. Dem Weltmarkt traut Givaudan dabei Zuwachsraten von lediglich zwei bis drei Prozent im Jahr zu. Die Schweizer wollen weitere Marktanteile hinzugewinnen. Unter anderem sollen die Geschäfte im Gesundheitsmarkt ausgebaut werden und auch in den Schwellenländern will das Unternehmen weiter vorankommen. Auch größere Zukäufe schließt der Manager nicht aus, sollten sie Synergien liefern und für das Unternehmen Wert schaffen, wie Andrier der Nachrichtenagentur Reuters sagte.

Auch die Aktionäre können sich freuen: Givaudan will mehr als 60 Prozent seines freien Cashflows an seine Aktionäre ausschütten. Mittelfristig will der Konzern zudem an einem Verschuldungsgrad von unter 25 Prozent festhalten. Wie es den anderen Branchenvertretern zurzeit geht, dürfte am Donnerstag klarer werden. Dann legt in den USA IFF seine Geschäftszahlen vor. Symrise will am 12. März seine Ergebnisse präsentieren.

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