Nach Gewinnsprung
Salzgitter erhöht Prognose für 2004

Der Salzgitter-Konzern hat im ersten Halbjahr 2004 wegen des weltweit boomenden Stahlmarktes einen Gewinnsprung verzeichnet und seine Prognose für das Gesamtjahr erhöht.

HB SALZGITTER. Salzgitter rechnet nun für 2004 mit einem Vorsteuergewinn vor Sondereinflüssen nahe 160 Mill. €, wie der Stahl- und Röhrenkonzern am Donnerstag mitteilte. Bislang hatte er lediglich ein Ergebnis im höheren zweistelligen Millionenbereich vorausgesagt.

In den ersten sechs Monaten vervierfachte sich das Vorsteuerergebnis auf 81,7 Mill. €. Damit übertraf Salzgitter die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten, die im Schnitt mit 60,4 Mill. € gerechnet hatten. Der Umsatz wuchs um zehn Prozent auf 2,77 Mrd. € und lag damit ebenfalls über der durchschnittlichen Expertenschätzung von 2,66 Mrd. €.

Im vergangenen Jahr hatten der stockende Aufschwung in der heimischen Stahlindustrie, die Folgen des Irak-Krieges sowie negative Währungseinflüsse Salzgitter stark belastet. „Wir nähern uns einer guten Normalität“, sagte ein Sprecher mit Blick auf die aktuellen Zahlen.

„Wegen der außergewöhnlichen Situation der Beschaffungs- und Absatzmärkte ist die Bandbreite von Chancen und Risiken für das Konzernergebnis erheblich größer als in den Vorjahren“, teilte der Konzern mit. Insgesamt werde sich das Umfeld für Salzgitter in der zweiten Jahreshälfte günstig entwickeln. Die weitere Entwicklung des Stahlbereichs, der in den ersten sechs Monaten vor Steuern 29,5 Mill. € verdiente, hänge davon ab, wie die bereits angekündigte Erhöhung der Stahlpreise zwischen fünf und zehn Prozent zum vierten Quartal durchgesetzt werden könne. Der Mischkonzern ThyssenKrupp, der im ersten Halbjahr dank der boomenden Stahlkonjunktur auch eine hohe Gewinnsteigerung verzeichnete, zog am Donnerstag nach und erhöhte für Oktober ebenfalls die Preise.

Sorgenkind des Salzgitter-Konzerns bleibt unter anderem wegen der ausbleibenden Belebung der Baubranche und der Sparmaßnahmen der Autohersteller der Bereich Verarbeitung. Hier wuchs der Vorsteuerverlust im Halbjahr auf 18,8 Mill. von 7,4 Mill. € im Vorjahreszeitraum an. Zudem wurde in diesem Bereich bilanzielle Vorsorge von 15 Mill. € getroffen.

Die im MDax notierte Salzgitter-Aktie legte am Vormittag stärker als der Gesamtmarkt um 1,2 % auf 9,99 € zu.

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